Die Uerdinger Kirmes: Unwetter zu Beginn, Feuerwerk zum Abschluss

Brauchtum : Unwetter zu Beginn, Feuerwerk zum Abschluss

Die Uerdinger Kirmes hat am Samstag eröffnet – zunächst hielt allerdings Regen die Besucher fern. Am Dienstag soll das Fest spektakulär über dem Rhein enden.

. Als die Geschäfte auf Uerdingens Fußgängerzonen am Samstag schlossen, begann auf dem historischen Marktplatz der Rummel, um kurze Zeit später – wegen des Gewitters – wieder zu verwaisen. Auch am Sonntag hielt sich der Zahl der Besucher trotz des schönen Wetters in Grenzen. Das Fahrgeschäft namens „Turbine“ stand still. „Abends ist es gut frequentiert, tagsüber fehlen die jungen Leute“, sagt ein Angestellter und ergänzt: „Auf dem Sprödentalplatz läuft es den ganzen Tag.“

Über eins sind sich alle Besucher einig: Sie freuen sich riesig auf das Feuerwerk am Rheinufer, das am Dienstag wieder die Uerdinger Kirmes beschließt. Darüber hinaus finden die Kinder Kettenkarussell und Entenangeln auf dem historischen Marktplatz toll. Die Großen bemängeln allerdings, dass das Angebot immer kleiner wird.

Besucher bemängeln, dass die Kirmes kleiner wird

Daniel Dick ist am Samstag mit seiner Cousine Katharina und den Kindern Oskar, Ida und Lenn unterwegs. „Für uns ist es Tradition, die Kirmes zu besuchen“, erklärt Dick. „Wir kennen alle Fahrgeschäfte noch aus unserer Kinderzeit. Wir freuen uns auf das Feuerwerk. Das muss sein.“ Die Kinder mögen Entenangeln, Luftballons und die Flugzeuge auf dem Karussell.

Nicole Gillmann ist am Sonntag mit Enkel Tayler (6) auf der Kirmes, der Pommes genießt. Gerade hat der Junge beim Entenangeln Pfeil und Bogen gewonnen. „Es ist ziemlich teuer“, findet Gillmann. „24 Enten kosten sieben Euro, 36 sind für neun Euro zu haben. Unter jeder geangelten Ente stehen Punkte, die addiert den Gewinn ergeben.“ Außerdem findet sie – auch wenn die Ferienzeit berücksichtigt werde –, dass nicht viel los sei. „Früher gab es auch noch Kirmes auf dem Röttgen und dem historischen Marktplatz.“ Das erwähnt auch Jenny Lemmen, deren Sohn Milan (13 Monate) gerade auf dem Kinderkarussell war. „Es ist schade, dass die Kirmes immer kleiner wird und es den anderen Teil Am Röttgen nicht mehr gibt. Früher hatten wir mehr Auswahl. Hier sind wir sofort durch“, sagt sie. Trotzdem findet sie, dass sich die Veranstalter Mühe geben: „Morgen findet wieder eines der schönsten Feuerwerke statt, die ich kenne; besonders wenn sich die bunten Sterne im Wasser des Rheins spiegeln.“

In den vergangenen Jahren war es mit dem Rhein-Feuerwerk für Uerdingen wie verhext. Nachdem das traditionsreiche Spektakel zum Kirmesende aufgrund von Sicherheits- und Kostengründen auf das Rathaus-Dach verlegt worden war, konnte das Feuerwerk 2017 wieder von der Duisburger Seite aus in den Himmel geschickt werden. Doch das Wetter war den Zuschauern nicht gnädig. Zwar hielten erstaunlich viele im Dauerregen aus, um die Leuchtfontänen zu bewundern. In der Erinnerung von Bezirksvorsteher Jürgen Hengst aber war die Veranstaltung am späten Dienstagabend buchstäblich „ins Wasser gefallen“.

Im Jahr darauf war es trocken – zu trocken. Die Auswirkungen des „Jahrhundertsommers“ brachten Stadt und die Feuerwehr dazu, kurzerhand die Notbremse zu ziehen: zu gefährlich – Absage. Für das Höhenfeuerwerk am Mündelheimer Ufer hätte ein großer Umkreis abgesichert werden müssen. Gerade in Verbindung mit zunehmendem Wind sei das Risiko nicht kalkulierbar gewesen. Experten in Krefeld und Duisburg hatten dringend davon abgeraten, das Feuerwerk zu zünden.

In diesem Jahr aber stehe dem Spektakel – hoffentlich – nichts im Wege, so Hengst gegenüber der WZ. Offenbar gibt es keine Bedenken, weder was die Trockenheit noch was den Aufenthalt in Ufernähe angeht. Am Rhein, auf der ehemaligen Industriebrachfläche Am Zollhof, läuft aktuell ohnehin das Kunst-Treffpunkt-Projekt „Rhine-Side“, das früher noch den Zusatz „Gallery“ trug. 22 Uhr soll es am Dienstag losgehen.

Auf eine andere Tradition warteten erfahrene Kirmesbesucher am Sonntag vergebens: Es stiegen keine Luftballons in den Uerdinger Himmel. „Tieren und Umwelt zu Liebe“ habe man darauf verzichtet, hatte die Stadt im Vorfeld verkündet. Ballons und Schnüre gelten als lebensgefährliche (Fress-)Fallen. Auch angesichts von großen Mengen Mikroplastik in den Weltmeeren (und im Rhein) sind sie inzwischen nicht nur bei organisierten Umweltschützern verpönt. Eine Ballon-Alternative mit schwebenden Schaum-Motiven wie zuletzt unter anderem auf der Fischelner Kirmes gab es in Uerdingen nicht.