Die Situation um Krefelds marode Sportstätten

Sportstätten : Credo: Vereine mit ins Boot holen

Wie dem Verfall der Sportstätten zu begegnen ist – dazu eingeladen hatte die CDU-Fraktion.

Ob marode Eishallen, ein gefährdetes Bockumer Badezentrum oder die Sanierung der Grotenburg – das ist nur die Spitze der Krefelder Sportstätten, die schon einmal bessere Zeiten erlebt haben. Die Entwicklung der letzten Jahre was Erhalt und Zustand der Anlagen betrifft, ist besorgniserregend. Die Marke „made in Krefeld“ hat deutliche Kratzer bekommen.

Verwaltung und Vereine stehen vor einer Mammutaufgabe, doch die Probleme haben eins deutlich gemacht: Es geht nur zusammen. Bei der Veranstaltung „Fraktion im Dialog“ brachte die CDU-Ratsfraktion Vertreter der Krefelder Sportvereine mit Mitgliedern aus Verwaltung und Politik an einen Tisch. Mit Erfolg – von Eiskunstlauf bis Baseball waren interessierte Vereinsvertreter in den Business-Club des König-Palasts gekommen. Sie kamen, diskutierten und hörten Einschätzungen von Experten, wie aus Politik und Verwaltung.

Reuters fordert, nicht in Kleinigkeiten verstricken

CDU-Fraktionschef Philibert Reuters sagt: „Krefeld ist seit vielen Jahren eine Sportstadt. Es ist großartig, was hier aktiv betrieben wird, aber wir müssen auch anerkennen, dass viele unserer Sportstätten in die Jahre gekommen sind.“ Reuters appellierte offen zu sein, sich nicht in Kleinigkeiten zu verstricken. Denn klar ist auch: Grotenburg und Badezentrum sind nur die Leuchttürme, denn gerade an der Basis hapert es. Um den Vertretern ein positives Beispiel aufzuzeigen, lud die CDU zwei Experten aus Leverkusen ein. Beigeordneter Marc Adomat und Georg Boßhammer, Leiter des Sportpark, informierten über Entwicklungen, Herausforderungen und Lösungen, appellierten dabei an Zusammenarbeit und einen intensiven Austausch zwischen Verwaltung und Vereine.

Dezernet Schön: „Es geht um Breitensport und das nachhaltig

Die Vertreter der Sportvereine zu Beteiligten zu machen, bezeichnete der sportpolitischer Sprecher der SPD, Klaus Kokol als den richtigen Ansatz, sagt: „Die Vereine wissen am besten, wo der Schuh vor Ort am meisten drückt, welche Maßnahmen mit Priorität anzugehen sind.“ Im Publikum wurde die Kritik an der derzeitigen Situation in Krefeld laut, der sich Philibert Reuters stellte. Vertreter von Fußballvereinen zeigten ihren Unmut, doch auch in anderen Bereichen leiden besonders die kleinen Vereine. In einem Punkt waren sich aber alle einig: Die Situation ist dramatisch.

Jens Sattler, Geschäftsführer des Stadtsportbundes Krefeld, fasste zusammen: „Es ist überhaupt nicht rosig, sondern dramatisch und desolat. Wir dürfen uns nichts vormachen, es gibt wichtige Hallen, die auch komplett platt gehen könnten.“ Eine Anspielung auf das Badezentrum Bockum, dass ebenfalls den Diskurs bestimmte. Nachdem Experten verrostete Stahlanker entdeckt hatten, wurde das Bad geschlossen. In einem Krisenrat pochten die Vereine auf eine Lösung, die vorübergehend gefunden wurde. Reparaturarbeiten an einer nicht mehr standfesten Vorsatzwand im Hallenbad erfolgen bei laufendem Betrieb – ein Provisorium, mehr nicht.

Dezernent Markus Schön stellte unmissverständlich klar: „Die Öffnung darf jetzt nicht den Eindruck erwecken, als wäre alles gut. Nein da ist gar nichts gut.“ Den Weg, die Vereine eng mit ins Boot zu holen, hält Schön für richtig. „Man kann derzeit nicht oft genug über das Thema reden. Ich kann nur dafür werben, dass wir den Sachverstand von Vereinen an den Tisch holen und wir uns gemeinsam auf den Weg machen. Wir wollen keine Sportarten gegeneinander ausspielen, es geht um Breitensport und das nachhaltig. Stückwerk betreiben, das macht keinen Sinn mehr“, sagt Schön.

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