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Das sagt die Politik zu den Plänen: Die Parteien zum Drogenkonsumraum

Das sagt die Politik zu den Plänen : Die Parteien zum Drogenkonsumraum

Die Verwaltung hat ihr Konzept für ein Drogenhilfezentrum mitsamt Konsumraum vorgestellt; mit  Standort Schwertstraße. 2019 war sie damit beauftragt worden. Mit Beginn der Pandemie hatte sich die Situation der Drogenszene in der Innenstadt so weit zugespitzt, dass Geschäftsleute, Anwohner  wie auch Parteien nach Abhilfe riefen.

Das will die Stadt mit Einrichtung des Drogenhilfezentrums, das neben einer Konsummöglichkeit auch Beratung, medizinische Versorgung, Aufenthalt und Angebote zum Ausstieg bietet, erreichen. Das sagen die Fraktionen dazu.

SPD und Grüne begrüßen das  Konzept. „Die bereits im Haushalt beschlossene Intensivierung des Streetworks sowie die geplante Begleitung durch Quartiersarbeit sind Punkte, die uns positiv stimmen, dass das neue Hilfezentrum von den Süchtigen und dem Quartier angenommen wird“, sagt Karsten Ludwig von den Grünen. Seit Jahren fordern sie einen Konsumraum, um das „Drücken“ von der Straße zu holen.

Erstmals liegt laut SPD nun eine umfassende Lösungskonzeption vor, die das Thema Suchthilfe in Krefeld ganzheitlich angehe. „Es ist vielfach belegt, dass eine allein repressive Drogenpolitik weder Symptome bekämpft, noch Probleme löst. Wir begrüßen daher ausdrücklich, dass das geplante Drogenhilfezentrum als ein neuer Baustein beratende, medizinische und psychosoziale Betreuungsangebote schafft“, sagt  Stella Rütten als sozialpolitische Sprecherin der Fraktion. Begleitet durch Streetworker und eingebettet in Ordnungspartnerschaften.

Für die CDU lehnt Britta Oellers die Pläne zum Drogenkonsumraum an der Schwertstraße ab und plädiert dafür, dort schnell die ursprünglich geplante Kita zu realisieren.  „Dazu kommt, dass viele Experten nicht von der Idee des Drogenkonsumraums überzeugt sind. Wir haben immer dafür geworben, dass wir mehr Unterstützungsangebote für den Tagesablauf der Drogenabhängigen benötigen. Dazu kommt die Sorge, dass der Raum dort nicht angenommen wird“, erklärt Britta Oellers.

Skeptisch zeigt sich auch die FDP. Sie will sich bei der Meinungsbildung zum geplanten Drogenhilfezentrum an der Schwertstraße noch Zeit lassen.  Sie begrüßt zwar das über einen Drogenkonsumraum hinausgehende Konzept. Fraktionschef Joachim  C. Heitmann  erwartet aber „stichhaltige Maßnahmen der Drogenprävention parallel zum Drogenhilfezentrum“. Auch den Standort mit Alternativen für Drogenhilfezentrum, Kita und Diagnosezentrum will die FDP noch abwägen. Oberbürgermeister Frank Meyer hatte am Montag schon erklärt, dass er in zwei Wochen mögliche Standorte für Kita und Diagnosezentrum vorstellen wolle.

„Wir hoffen, dass die Einrichtung  positiv angenommen wird und für die Nutzer als auch das Umfeld des Theaterplatzes positive Effekte bietet“, sagt Annette Krings, sozialpolitische Sprecherin der Ratsgruppe UWG / WUZ. Ratsherr Andreas Drabben hatte schon im Jahr 2000 einen Drogenkonsumraum vorgeschlagen und begrüßt das jetzige Konzept. yb