Die offene Lutherkirche

Die offene Lutherkirche

Nach den gerade zu Ende gegangenen Arbeiten entfaltet der Chorraum wieder seine volle Wirkung.

Krefeld. Von außen sieht sie aus wie eine Burg, aber sie ist alles andere als eine uneinnehmbare Festung: Die Lutherkirche ist eine offene Stätte der Begegnung und auch außerhalb der Gottesdienste zu bestimmten Zeiten für Besucher geöffnet.

"Die Kirche steht für Schutz und Geborgenheit. Insofern passt das Bild der Burg gut", sagt Pfarrer Volker Hülsdonk und verweist auf das berühmte Luther-Zitat "eine feste Burg ist unser Gott". Seit sechs Jahren arbeitet Hülsdonk als Seelsorger für die evangelische Kirchengemeinde Krefeld-Süd. Es ist ihm ein großes Anliegen, die Aufgeschlossenheit der Kirche in den Blickpunkt zu rücken. "Die Offene Kirche soll Menschen die Möglichkeit geben, hier Ruhe zu finden", sagt er. Aber auch Hilfesuchende mit konkreten Anliegen sind willkommen.

Gerade durch die Nähe zum Helios-Klinikum kommen viele, die in der Kirche Trost suchen oder die vor einer anstehenden Operation für sich oder ihre Familienangehörigen beten wollen. Die Einträge im Gästebuch sind zahlreich. Neugierige Besucher finden in der Kirche eine Menge spannender Geschichten nicht nur rund um die Historie der 1904 errichteten Lutherkirche, die den Krieg weitgehend unbeschadet überstanden hat. Im Inneren lohnt sich ein genauer Blick auf die Pflanzenornamentik und die Jugendstilelemente.

Doch auch wenn die Bausubstanz insgesamt gut erhalten ist, fallen immer wieder Reparaturen an. Gerade erst wurde der Chorraum restauriert, eine Maßnahme, die nur durch die Förderung aus Mitteln der Denkmalpflege in Höhe von etwa 30000 Euro möglich war. Innerhalb von zwei Monaten wurde die Decke neu verputzt und gestrichen - jetzt entfaltet der Chorraum über der Walcker-Orgel wieder seine volle Wirkung.

Aber auch die historische Orgel selbst, die auch aus dem Jahr 1904 stammt, müsste dringend restauriert werden. "Wir hoffen auf die dafür notwendige Unterstützung. Es wäre schön, wenn wir diesen Schritt auch noch hinbekämen", sagt Hülsdonk.

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