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Die Kreuzkirche ist nun ein Jugendzentrum

Oppum : Die Kreuzkirche ist nun ein Jugendzentrum

Das Gotteshaus war 2008 entwidmet worden und soll bald wieder ein Treffpunkt sein. Die künftigen Nutzer packten beim Umbau mit an.

Im Kirchenschiff, dort wo früher die Kirchenbänke für die Gläubigen standen, befinden sich nun Kicker und Billard-Tisch. Es gibt eine Theke an der Fensterseite, große Lautsprecherboxen hängen hoch oben an den Wänden. Das früher eher düster anmutende Innere der Kreuzkirche der evangelischen Kirchengemeinde Oppum hat sich in einen hellen Raum verwandelt, der nun als multifunktionales Jugend- und Kinderzentrum genutzt wird, in dem auch wieder Gottesdienste stattfinden können. Nebenan gibt es einen abgetrennten Raum für Treffen der Älteren in der Gemeinde.

„Es ist so gut wie alles fertig, und keiner kann ’rein“, sagt Katrin Fürhoff als zuständige Pfarrerin der Kirchengemeinde. Die für Samstag, 21. März, geplante Eröffnung musste wegen des Coronavirus ausfallen. Sollten die Einschränkungen vorbei sein, könne die Arbeit sofort aufgenommen werden, ergänzt Jugendleiterin Sandra Hillesheim.

Das unter Denkmalschutz stehende Gotteshaus von 1933 war bereits im Jahr 2008 aus Kostengründen geschlossen und entwidmet worden. Seitdem hatte das Presbyterium Ideen für eine gute Lösung gesucht und sie dann gefunden.

Der Knoten platzte endgültig, als das Gemeinde- und Jugendzentrum Haus Kagawa gegenüber an die Evangelische Kinder- und Familienhilfe Bruckhausen vermietet wurde. Unter dem Namen Dojo sind dort bis maximal neun junge Leute in einer begleiteten Wohngruppe untergebracht.

Die künftigen Nutzer des Zentrums packten bei den Außenanlagen kräftig mit an, bauten unter anderem neue Hochbeete für Gemüse, entsorgten Sperrmüll oder rissen Tapeten ab, damit es „ihr“ Haus wird. Sie bauten gemeinsam mit einem Schreiner eine Theke und ein Mischpult.

Für die Fachleute stand die „Ertüchtigung“ des Hauses auf dem Plan. Denkmal- und Brandschutz, behindertengerechte Zugänge, dazu Dachreparaturen, die Erneuerung von Heizung, Licht, Sanitär, alles musste von dem Architekten Norbert Hanenberg miteinander und vor allem mit dem schönen Gebäude in Einklang gebracht werden.

Fürhoff: „Es wurde versucht, so wenig wie möglich an der Grundsubstanz zu ändern und den Charme des Hauses zu erhalten. Trotzdem mussten die Räume so gestaltet werden, dass sie nutzbar sind. Das hat geklappt.“

Dieter Pielensticker, Baukirchmeister der Gemeinde, sagt: „Die Freude ist jetzt doppelt groß, da wir das Gotteshaus nicht nur vor dem Verfall gerettet, sondern der Gemeinde erhalten haben. Der hohe und schöne Kirchenraum mit dem glänzenden Steinboden und den hohen farbigen und bleiverglasten Fenstern hat sich kaum verändert. Die Fenster sind nicht mehr mit Kunststoffscheiben geschützt, sondern mit solchen aus Glas.“ Die Umbauarbeiten hätten etwas mehr als 600 000 Euro gekostet, die die Gemeinde trage, berichtet er weiter.

Damit die schöne alte Kassettentür erhalten bleiben konnte, wurden zusätzlich neue Glastüren direkt vor dem ehemaligen Kirchenraum als Brandschutz eingesetzt. „Sie trennen auch den kleinen Raum ab, in dem die Jugendlichen chillen, lesen oder reden können“, sagt Hillesheim.

Eine gläserne Wand bekommt auch die frühere Orgelempore. Dort hat die Jugendleiterin ihr Büro mit freiem Blick auf das Treiben unten – wenn es denn wieder stattfindet.