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Die Königsburg wird abgerissen

Die Königsburg wird abgerissen

Das Gebäude in der Innenstadt ist laut der Stadt Krefeld kein Denkmal. Ob dort Parkplätze entstehen, ist noch nicht entschieden.

Die Königsburg wird es bald nicht mehr geben. Die Stadt hat die Abbruchgenehmigung für die Großraumdisco an der Königsstraße erteilt, das bestätigt die Verwaltung auf Anfrage. Im August 2017 fand dort die letzte Party statt. Danach versuchte die Eigentümergemeinschaft, einen Käufer für die Immobilie zu finden. Ohne Erfolg. Auch die Stadt hat nach eigener Aussage kein Interesse daran, die Königsburg als Veranstaltungsort zu erwerben. Ein Weg, das Gebäude dennoch zu erhalten, wäre eine Unterschutzstellung als Denkmal gewesen. „Es gab einen gemeinsamen Ortstermin von der Unteren Denkmalbehörde der Stadt und dem Landschaftsverband Rheinland (LVR). Aufgrund der erheblichen Veränderungen um und am Gebäude liegt keine Denkmalwürdigkeit vor. Die Königsburg ist kein Baudenkmal“, erklärt dazu Stadtsprecher Dirk Senger. Im Dezember wurde ein Bauantrag für Parkplätze gestellt, dieser befindet sich laut der Stadt noch in Bearbeitung.

Schon 1819 gab es eine Königsburg in Krefeld. Joseph Fuisting baute an der Südseite der Mittelstraße ein Haus, das quer zur Königsstraße stand und diese abschloss. Als der Südwall angelegt wurde, musste die Königsstraße geöffnet werden. Deshalb wurde das Haus abgerissen und an der Hausnummer 8 neu gebaut, dort steht sie noch heute. Schon damals wurden alle drei Säle für Veranstaltungen vermietet. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude zerstört und danach kleiner als vorher wieder hergestellt. Die Eröffnung fand im Jahr 1950 statt. Bis 1971 war sie eine Veranstaltungshalle, bevor sie dann zur Sauna- und Schwimmbadlandschaft umgebaut wurde, aus dieser Zeit ist noch der Pool geblieben. Er blieb auch das Markenzeichen als dort die Kultdisco „Königsburg“ eröffnet wurde.

1986 kaufte Giovanni D’Ettore das Gebäude von der Stadt und beauftragte den Innenarchitekten Gerhard Benz mit der Umgestaltung. 1987, zwei Tage vor Weihnachten, feierte der Club Eröffnung. „Das Ding ist gelaufen, es war immer rappelvoll“, erinnert sich Benz.

Auszug aus der Stellungnahme des Landschaftsverbandes Rheinland

Auch darauf bezieht sich die Stellungnahme des Landschaftsverbandes: „Die Königsburg war damals eine deutschlandweit bekannte Diskothek für die Gäste aus ganz Deutschland einreisten, um Künstler wie Grace Jones und die Village People zu sehen.“

Zwei Jahre nach dem Tod von D’Ettore wurde die Burg geschlossen. Als sie von der gleichen Eigentümergemeinschaft 2005 wieder eröffnet wurde, die nun auch den Abriss beantragt hat, war es laut des LVR bereits vorbei mit dem Denkmalschutz: „Zwischen 2001 und 2005 stand die Königsburg allerdings leer und über das undichte Dach eindringende Wasser zog die Innenausstattung stark in Mitleidenschaft, wie die aktuellen Eigentümer glaubhaft versichert haben.“ Zur Neueröffnung sei ein Großteil der Innenausstattung erneuert worden. Gestalterische Elemente, wie der Pool, seien von den Eigentümern durch Baumarktware ersetzt, die räumliche Aufteilung verändert worden. „Die Gestaltung der 1980er Jahre überlagert sich mit den umfangreichen Sanierungs- und Reparaturmaßnahmen der 2000er Jahre und ist nicht mehr als eigenständige gestalterische Leistung zu identifizieren.“

Außerdem sei auch das Äußere des Gebäudes durch die Veränderungen des Baus aus den 1950er Jahren nicht mehr erhaltenswert. „Die Königsburg hat zweifelsohne durch ihre lange Tradition, ihre Geschichte und ihren ehemals festen Platz im kulturellen Leben der Stadt eine ortsgeschichtliche und soziokulturelle Bedeutung und ist daher erhaltenswert, die Schwelle zum Baudenkmal überschreitet die Königsburg jedoch nicht.“ Einen Abrisstermin gibt es laut Volko Herdick von der Eigentümergemeinschaft noch nicht.