Die Geschichte des Stadtwappens

Die Geschichte des Stadtwappens

Seit den 30er-Jahren wurden viele Änderungen vorgenommen.

Krefeld. Heute vor 80 Jahren, am 22. Januar 1938, haben die Nationalsozialisten den Heiligen Dionysius in die Wüste verbannt. Sie entfernten ihn aus dem Krefelder Stadtwappen. Aus dem ansehnlichen Hoheitszeichen — zuletzt geändert im Jahre 1930 — wurde ein eher Nichtssagendes. Die Weisung des Oberpräsidenten des Rheinlandes beschreibt das neue Wappen so: „Im gespaltenen Schild vorn in Gold der Moerser Balken, hinten das Uerdinger Wappen in den Farben blau-rot mit den beiden einander abgekehrten goldenen Schlüsseln“.

Der langjährige Stadtarchivar Guido Rotthoff kommentiert dies so: „Man brach mit der Tradition des Dionysiussymbols und fiel in den Fehler zurück, das Wappen der Grafschaft Moers als Krefelder Stadtwappen zu übernehmen.“ Schon 1463 zeigte sich der Heilige Dionysius. Krefeld besaß Jahrhunderte lang kein offizielles Wappen, obwohl schon ein Schöffensiegel von 1463 den Heiligen Dionysius zeigte.

Der Heilige hatte den Bischofsstab in der Rechten, die Mitra in der Linken und zu seinen Füßen das Wappen des Landesherren von Krefeld, des Grafen von Moers. Von einem eigentlichen Stadtwappen kann man erst im Jahre 1854 sprechen, als der Preußenkönig Friedrich Wilhelm IV. dem Oberbürgermeister Ludwig Heinrich Ondereyck das Recht zum Tragen einer Amtskette verlieh. Das Wappenbild lehnte sich eng an das alte Schöffensiegel an.

Gemäß eines Vertrags vom 25. April 1930 wurden die bisherigen Wappen der 1929 zwangsverbundenen Städte Krefeld und Uerdingen vereinigt. Der Entwurf von Professor Rupp zeigt in der oberen Hälfte des Schildes den Heiligen Dionysius mit dem Krummstab in der Rechten und dem abgeschlagenen Haupt in der Linken. In der unteren Hälfte das Uerdinger Wappen mit den beiden Schlüsseln, die dem Petrus zugeschrieben werden.

Das Moerser Landeswappen stand, wie Rotthoff bemerkt, historisch falsch als Herzschild in der Mitte. Erst nach 20 Jahren, konnte der Heilige Dionysius seinen angestammten Platz im Stadtwappen wieder einnehmen. Mit Ministerialerlass vom 3. Juli 1950 wurde das heute noch gültige Wappen genehmigt. Dem Heiligen zu Füßen erinnert jetzt der Moerser Schild an die frühere Zugehörigkeit von Stadt und Herrlichkeit Krefeld zur Moerser Grafschaft. Neben den Uerdinger Schlüsseln zwei Kurkölnische Schilde. Sie verweisen auf Uerdingens ehemaligen Landesherrn, den Kurfürsten von Köln. Und gleichzeitig darauf, dass einige Teile des alten Amtes Linn-Uerdingen zum Stadtgebiet gehören.

Das 50er Wappen wurde von dem Heraldiker Wolfgang Pagenstecher entworfen. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts verwendete die Stadt auch schon einmal eine modernere Ausführung. Da wurde der Faltenwurf des Bischofsgewands nur angedeutet und das Gesicht des Heiligen ebenso. Dem Wapppenbuch des Landschaftsverbandes ist zu entnehmen, dass es in allen Rheinischen Wappen nur in Krefeld einen Bischof gibt.

Mehr von Westdeutsche Zeitung