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Hüls: Die Geisterbusse von Hüls

Hüls : Die Geisterbusse von Hüls

Ein Jahr nach Aufteilung der Linie 045 auf zwei getrennte Routen fällt das Fazit ernüchternd aus.

Krefeld. Der Ringbus in Hüls ist und bleibt ein Streitthema. Etwas mehr als ein Jahr ist es jetzt her, als die ursprüngliche Linie der 045 aufgeteilt wurde. Neben der neuen 049, die vor allem den westlichen Teil in Hüls rund um die Leidener Straße befährt, bekam auch die 045 eine neue Route. Damals stieß die Änderung bei vielen Hülsern auf Unverständnis, und auch heute hat sich die Situation nicht wirklich verändert. Die WZ hat ein paar Runden mit beiden Linien gedreht. Das Ergebnis ist ernüchternd. Wer in einen der beiden Busse einsteigt, muss sich nicht lange nach einem Sitzplatz umschauen. Ähnlich wie in der Anfangsphase der neuen Linie herrscht in den Bussen oft gähnende Leere.

In Sommer- und Ferienzeit fährt vor allem die 049 einen einsamen Weg, wie ein Busfahrer berichtet: „Es hat sich nicht viel verändert. Wenn überhaupt steigen am Reepenweg mal hier und da Schüler hinzu, sonst fahre ich eigentlich einen leeren Bus“, sagt er. Ein Hauptgrund ist vor allem die ähnliche Strecke der 069. Jeder Hülser kennt die Linie und weiß, welche Haltestellen er bedient. Wer im Bereich der Leidener Straße wohnt und in Richtung Hülser Markt oder gar Krefeld fahren will, benutzt daher meist die 069. Rückkehr zur „alten 045“ ist offen — Ergebnisse gibt es im Oktober Der 049 hingegen treten viele weiterhin skeptisch gegenüber.

Gleiches Bild auch in der 045. Die derzeitige Route beinhaltet unter anderem, das wichtige Haltestellen wie das Helios Krankenhaus mehrmals angefahren werden. Binnen weniger als zehn Minuten hält die 045 somit gleich doppelt an mehreren Haltestellen — leer bleibt der Bus dennoch. „Das ist doch Blödsinn. Man fährt mehr oder weniger im Kreis. Ich fahre oft mit der 045, aber sitze hier meistens alleine. Ich habe eigentlich gedacht, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis man zur alten Route zurückkehrt“, sagt ein Fahrgast. Ob dies geschieht, ist jedoch fraglich. Im Herbst letzten Jahres kündigten die Stadtwerke Krefeld (SWK) an, Fahrgastzählungen und Befragungen durchzuführen, um mögliche Verbesserungsmaßnahmen zu treffen. Viele Hülser hofften schon frühzeitig auf eine Rückkehr zum alten System.

Auf Nachfrage bestätigten die SWK nun, dass die jetzige Lösung noch immer als Testbetrieb angedacht ist und erst einmal bis Ende 2017 andauern soll. Unternehmenssprecher Dirk Höstermann sagt: „Wir haben in der Zwischenzeit Fahrgastzählungen durchgeführt und werden dies auch noch einmal im September tun.“