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Die ersten 14 Krefelder Schulen werden aus dem Digitalpaket aufgerüstet

Digitalisierung : Die ersten Krefelder Schulen werden aus dem Digitalpaket aufgerüstet

Unterstützungsbedürftige Schüler sowie die Lehrer in den Krefelder Schulen sollen so schnell wie möglich Tablets oder Notebooks bekommen. Dafür sind bereits 5,162 Millionen Euro aus dem Digitalpaket vom Bund nach Krefeld gefloßen.

Die Digitalisierung der Krefelder Schulen ist ein Kraftakt. 13 Millionen Euro stehen aus dem
Digitalpaket des Bundes für Krefeld bereit. „Fast die Hälfte davon, nämlich 5,162 Millionen Euro, sind schon bewilligt und abgerufen“, sagt Stadtdirektor und Schuldezernent Markus Schön. Unterstützungsbedürftige Schüler sowie Lehrer in 14 ausgewählten Schulen sollen als erstes und noch bis Ende des Jahres leihweise mit Tablets oder Notebooks für den Einsatz im Unterricht ausgestattet, weitere digitale Arbeitsgeräte wie Beamer und weiße Tafeln angeschafft und die notwendigen infrastrukturellen Voraussetzungen dafür geschaffen werden. Über den Sachstand berichtete jetzt im städtischen Zentrum für Digitale Lernwelten im Behnisch-Haus Schön gemeinsam mit Annette Terhorst, der stellvertretenden Leiterin des Fachbereichs Schule.

Bund hat neue Förderprogramme nach dem Lockdown aufgelegt

Schön freute sich sichtlich, dass es neben Corona derzeit noch andere berichtenswerte Themen gebe. Der Lockdown im Frühjahr mit Schließung der Schulen habe jedoch auch gezeigt, dass Homscooling mit Möglichkeiten und Ressourcen von digitaler Bildung zusammenhängt. Schulen und Lehrer waren teilweise schlecht auf die herausforderungen des digitalen Lernens vorbereitet. Und Kinder aus unterstützungsbedürftigen Familien drohten, beim digitalen Unterricht zu Hause wegen mangelnder Endgeräte abgehängt zu werden. Ein Blick ins europäische Ausland ist ernüchternd: Länder wie Frankreich, Dänemark, Österreich, Italien und Kroatien haben zentralgesteuert frühzeitig reagiert und entsprechende digitale Lernangebote geschaffen.

Der Bund hat reagiert und im Juli verschiedene Förderprogramme aufgelegt. „Wir haben in enger Absprache mit den jeweilige Schulen Fördermittel für 2450 mobile Endgeräte für Lehrer beantragt, Zusagen bekommen und sie inzwischen auch abgerufen’“, sagt Schön. haben. Rund 5000 Tablets mit Zubehör sind über das Kommunale Rechenzentrum Niederrhein für ausgewählte Schüler geordert worden.

Insgesamt hat die Stadt bislang vier Anträge auf Fördergelder für drei Bereiche gestellt: 4,3 Millionen Euro fließen danach in die notwendige technische Austattung der Schulen, in die Gebäude und die Verkabelung. Das Land übernimmt 90 Prozent der Kosten, zehn Prozent die Stadt Krefeld. In Kürze rechnet Terhorst mit weiteren rund 662 000 Euro für Netzwerkkomponenten wie Server und Switcher (Anmerkung Red.: Kopplungselement in Rechnernetzen) und Präsentationstechnik. „Es wird in den Klassenzimmern nicht mehr die grüne Tafel geben, sondern Beamer, eine weiße Tafel und interaktive Geräte“, erklärt Terhorst den Wandel.

Eine kurzfristige Bearbeitung eines weiteren Antrags auf Beschaffung digitaler Arbeitsgeräte in den Berufskollegs ist laut Terhorst vom Bund in Aussicht gestellt. Für 659 00 Euro werden darüber hinaus Tablets und Notebooks in Absprache mit den jeweiligen Schulen angeschafft.

Für die Beantragung von Fördermitteln aus Programmen wie „Gute Schule“ und dem Digitalpaket ist in Krefeld ein Medienentwicklungsplan in Zusammenarbeit mit einem Gutachterbüro und unter Einbeziehung der Schulen erarbeitet worden. Der ist auch Basis für die Beantragung von weiteren Fördermitteln aus dem Sonderausstattungsprogrammen. 2,4 Millionen Euro sind bereits bewilligt für den Kauf von 5000 Tablets, die unterstützungsbedürftigen Schülern leihweise für Homescooling zur Verfügung gestellt werden. „Bei der Zuteilung profitieren wir von unserem erarbeiteten Grundschulsozialindex, können Daten abgleichen und sehen, an welcher Schule ein größerer Bedarf ist“, erklärt Schön. Förderfähig sind Kinder aus Familien mit Hartz IV-Bezug, Transfer-Leistungen aus dem Bildungs- und Teilhabepaket und nach dem Sozialgesetzbuch II. „Dass nun mehr Teilhabe möglich wird, ist ein gutes Signal“, so Schön.

(yb)