Die Dürre des Vorjahres beschäftigt die Milchbauern weiter

Landwirtschaft : 2019 gibt’s weniger Milch

Nach Aussage der Landesvereinigung der Milchwirtschaft Nordrhein-Westfalen wird die Dürre des vergangenen Jahres die hiesige Landwirtschaft noch bis Mitte des Jahres beschäftigen. Allerdings sollen die Preise für die nächsten Monate weiter stabil bleiben.

Tropische Temperaturen, kaum Regen: Die Dürre hat 2018 viele Landwirte hart getroffen. Kartoffelpflanzen sind verdorrt, Milchkühe, die für die Produktion nicht mehr gebraucht wurden, mussten früher geschlachtet werden – um Futter zu sparen. Aber auch Getreideerträge litten unter der Hitze. „Wir haben schon einige Dürren erlebt, aber 2018 ist für uns eine schwere Situation“, sagte Bernhard Conzen, Präsident des Rheinischen Landwirtschaftsverbands, im September vergangenen Jahres.

Trotz des heißen Wetters ist die Milch 2018 nicht knapp geworden

Das können die Verantwortlichen der Landesvereinigung der Milchwirtschaft (LV) Nordrhein-Westfalen ebenfalls bestätigen, erklärten aber auf der Jahrespressekonferenz, dass der Dürresommer zu keinem deutlichen Rückgang der Milchmenge geführt hat. „Wir haben einen großen Vorsprung aus 2018“, sagt Geschäftsführer Rudolf Schmidt. Weder in NRW noch in Deutschland sei die Milch im Herbst vergangenen Jahres knapp geworden. Die Milchmenge sei in den vergangenen Monaten lediglich nur leicht unter das Vorjahresniveau gesunken.

Für 2019 hält Hans Stöcker, Rheinischer Vorsitzender der LV, fest, dass man hier zu Lande mit weniger Milch rechnen müsse, fügt aber beruhigend hinzu: „Der Milchmarkt ist global. Der Anstieg des Welthandels von Milch und Milchprodukten um 2,5 Prozent, steigende Milcherzeugung und niedrige Preise wirken sich auch auf NRW aus.“ Somit könnten die Verbraucher in den kommenden Monaten weiterhin mit stabilen Preisen rechnen.

Allerdings stellt Wilhelm Brüggemeier, Geschäftsführender Vorsitzender von Milch NRW, klar, dass man keine Glaskugel habe, in die man schauen könnte. Hierbei spielt er auf die Situation auf den Weltmarkt an, der im kommenden Jahr von wirtschaftlichen und politischen Unsicherheiten beeinflusst wird. Als Beispiele nennen die Verantwortlichen den Brexit sowie den Handelsstreit zwischen den USA und China. Daher seien nähere Preisprognosen zum momentanen Zeitpunkt nicht abschätzbar.

Preise werden
im Mai neu verhandelt

„Nächster Scheidepunkt wird der Mai sein“, sagt Hans Stöcker. Dann stünden neue halbjährige Lieferverträge zwischen den Molkereien und den Lebensmittelhändlern an, die sich an den Erträgen aus dem Winter orientieren. Falle dieser kurz aus, könnten die Kühe wieder früher auf die Wiese und die Milchmenge steige schneller an, so der Vorsitzende der Landesvereinigung. Ein langer Winter würde das Milchvieh dagegen länger im Stall halten. Konsequenz: Die Milchmenge fällt geringer aus, und die Landwirte müssen mehr Geld für Futter ausgeben.

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