Deutschland Cup 2018 in Krefeld lockt über 4000 Zuschauer in den KöPa

Eishockey: Wie der Deutschland-Cup in Krefeld Menschen verschiedener Nationen verbindet

Die Premiere und der Auftakt des Deutschland Cup sind geglückt. Über 4000 Zuschauer sind zum König-Palast gepilgert, um das internationale Turnier in Krefeld zu verfolgen und treffen auf Stars wie Christian Ehrhoff und Daniel Pietta.

Russische Fahnen, Schweizer Kuhglocken, Pins aus der Slowakei und ganz viele deutsche Trikots: Nirgends gilt das Motto „Eishockey verbindet“ mehr als bei den Spielen des Deutschland Cups. Die Premiere und der Auftakt des internationalen Turniers am Donnerstag in Krefeld sind geglückt.

Über 4000 Zuschauer pilgern am ersten Turniertag Richtung Westparkstraße, um die Kufencracks im König-Palast zu sehen. Mittendrin: Der Pinguine-Stürmer Daniel Pietta. Der Lokalmatador betritt als einer der ersten deutschen Spieler die Eisfläche, als das Team von Bundestrainer Marco Sturm gegen 18.15 Uhr in den König-Palast einzieht.

Mit Deutschland und der Schweiz im Bunde sind (v.l.) David Wengeler, Lumpi und Moni. Foto: Jochmann, Dirk (dj)

Christian Ehrhoff eröffnet das Spiel mit dem Bully

Es steht das Prestigeduell gegen Russland an, den Olympiasieger von Südkorea, die Eishockeymacht. „Heute spielt aber nur eine B-Mannschaft, ich denke es wird spannend“, sagt Andrej Schneider, der aus Aachen angereist ist, um das russische Team zu unterstützen. Es soll ein schnelles, ein gutes Spiel werden. Am Ende siegen die Russen knapp mit 4:3 nach Verlängerung. Siegtorschütze ist Artyom Zemchyonok.

Werner Baewer hält es mit der deutschen Mannschaft. Foto: Jochmann, Dirk (dj)

Der Freude der Eishockeyfans tut das aber keinen Abbruch. Für die Spiele am Samstag sind bereits 6000 Karten im Vorverkauf abgesetzt worden. Auch Moni und „Lumpi“ werden dann wieder vor Ort sein. Zu hören sind sie auf jeden Fall, denn beide schleppen schon am Donnerstag zum Spiel der Slowakei gegen die Schweiz eine riesige Kuhglocke mit ins Stadion. Ihre Trikots sind einzigartig, weil dreigeteilt in den Farben der Schweiz, Deutschland und der Slowakei. „Wir sind eine große Gruppe von Eishockeyfans und treffen uns jedes Jahr beim Deutschland Cup“, berichtet der Schweizer, der 30 Kilometer von Zürich entfernt wohnt. „Jetzt sind wir aber in Wuppertal untergebracht“, berichtet David Wengeler. 18 Freunde umfasse die deutsch-slowakisch-schweizerische Fanfreundschaft. Für die Fahrten nach Krefeld hat die Gruppe kurzerhand einen Bus gemietet.

Andrej Schneider sympatisiert mit den Russen. ⇥ Fotos (3): Dirk Jochmann Foto: Jochmann, Dirk (dj)

Einen Reisebus braucht der Krefelder ehemalige Eishockeyspieler Christian Ehrhoff wahrlich nicht. Der Silbermedaillengewinner von Südkorea ist am Donnerstag selbstverständlich auch im König-Palast und sogar auf dem Eis. Aber nur um den Puck beim Auftaktbully ins Spiel zu bringen für die Kameras.

Zusammen mit dem Krefelder Friedhelm Funkel, Trainer des Fußball-Bundesligisten Fortuna Düsseldorf, sieht er einen konzentrierten Auftritt der deutschen Mannschaft. Von Experten wird Ehrhoff als möglicher neuer General Manager der deutschen Nationalmannschaft gehandelt. Denn das ist der Deutschland Cup 2018 auch, das letzte Turnier von Bundestrainer Marco Sturm, der in die NHL wechselt. Dort, wo nur die Besten spielen und trainieren.

Die besten Spieler der jeweiligen Mannschaften werden nach den Partien in diesen Tagen übrigens vom ehemaligen Schiedsrichter Jupp Kompalla und Ruth Kremershof, der Frau der verstorbenen Krefelder Eishockeylegende Lothar „Lola“ Kremershof, geehrt. Und auch ein Christian Menningen, Betreuer der Krefeld Pinguine, steht beim Deutschland Cup als Betreuer des deutschen Teams hinter der Bande.

Andreas Busin: „Eishockey das ist einfach eine große Familie“

„Eishockey, das ist einfach eine große Familie“, sagt Andreas Busin. Zusammen mit seinen Eltern Werner und Corinna Baewer ist er aus Moers gekommen, um die deutsche Mannschaft zu sehen. „Wir sind alle Eishockeyfans, haben eine Dauerkarte bei den Pinguinen. Es ist schön, dass so ein Turnier wie der Deutschland Cup in Krefeld stattfindet“, meint das Trio, das prompt zum Foto mit den russischen Fans eilt. Eishockey verbindet halt.

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