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Der Stieglitz ist in Krefeld der Gewinner bei Zählung der Wintervögel

Vogelzählung : Rekord bei Zählung der Wintervögel

Die Zahl der teilnehmenden Vogelbeobachter hat sich in diesem Jahr unter Corono verdoppelt. Die Zählung, zu der der NABU aufgerufen hatte, ist ein Spiegelbild der Natur und der sich verändernden Artenvielfalt.

Einen Rekord bei der Teilnahme „Zählung der Wintervögel“ melden der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) und der bayerische Landesbund für Vogelschutz (LBV). Zum elften Mal hatten die Verbände zur bundesweiten Mitmachaktion vom 8. bis 10. Januar aufgerufen. Meldeschluss ist am 18. Januar. Doch schon jetzt ist klar erkennbar: Eine solch hohe Teilnehmerzahl gab es noch nie. Das liegt wohl auch an der Corona-Pandemie, die nicht viele Unternehmungen in der freien Natur derzeit bietet. Auch die Krefelder haben diese Gelegenheit intensiv genutzt.

Vom vergangenen Freitag bis Sonntag zählten diesmal 487 Vogelfreunde in 343 öffentlichen und privaten Gärten sowie Parks in Krefeld insgesamt 10 616 Vögel. Vor einem Jahr waren es „nur“ 267 Vogelfreunde, die in 201 Gärten mit 5501 Vögeln gerade mal die Hälfte gemeldet hatten.

Im Vergleich der beiden Jahren wird deutlich, dass sich die Artenvielfalt verändert, Lebensräume kleiner werden und somit auch weniger Nahrung bieten. So sind Wald- und Wiesenvögel häufiger in der Stadt zu beobachten, und so mancher Zugvogel zieht wegen der milden Winter hier gar nicht mehr gen Süden. Am meisten gezählt in Krefeld (mit 1472 Exemplaren) wurde die Kohlmeise, doch ihr Bestand ist trotz der doppelten Zahl an Vogelbeobachtern nicht gestiegen, sondern gleich geblieben. An zweiter Stelle folgt die Blaumeise, deren Bestand ebenfalls rückläufig ist (minus zehn Prozent). Ein Bakterium im vergangenen Frühling hatte viele ihrer Art getötet. Elstern und Amseln sind diesmal mehr gezählt worden. Der Haussperling ist von Platz 2 auf Platz 4 abgerutscht. Eine Überraschung ist der Stieglitz, der mit 314 Tieren um 173 Prozent zugenommen hat. Wegen der Intensivierung der Landwirtschaft und der Bebauung von Brachflächen, die ihm Nahrungs- und Lebensgrundlage rauben, gilt er als gefährdet.