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Der pensionierte Buchhändler Horst-Georg Kutzleb hat seine Geschichte aufgeschrieben

Bewegtes Leben auf 871 Seiten : Der pensionierte Buchhändler Horst-Georg Kutzleb hat seine Geschichte aufgeschrieben

Der pensionierte Buchhändler Horst-Georg Kutzleb hat seine Geschichte aufgeschrieben. Es war nicht einfach, einen Herausgeber zu finden, doch sein bewegtes Leben hat den Roderer Verlag in Regensburg überzeugt.

Der pensionierte Buchhändler Horst-Georg Kutzleb hat seinen vielen Büchern ein weiteres hinzugefügt. Unter dem Titel „Mein Lebenspfad“ steht es jetzt, fünf Zentimeter dick, im Regal. Es war nicht einfach, einen Herausgeber zu finden, doch sein bewegtes Leben hat den Roderer Verlag in Regensburg überzeugt.

Der Senior, Jahrgang 1933, kam mit seiner Frau 1968 nach Krefeld und arbeitete bei Greven auf der Hochstraße, wo sich heute die Buchhandlung Thalia befindet. Sein Lebenspfad führte ihn von seiner Geburtsstadt Quedlinburg in der Nähe von Halle über viele Stationen in die Seidenstadt. „Ich bin ein Zigeuner“, schmunzelt er. „Schon immer habe ich an allen meinen Stationen gern die Stadtbüchereien und Archive aufgesucht“. Kein Wunder, dass Horst-Georg Kutzleb sich dabei auch für die Familienforschung interessierte. Sein Buch hat 871 Seiten, 300 davon enthalten genealogische Angaben.

Sieben ehrliche Kapitel

Das bewegte Leben führte ihn mit seiner Mutter und zwei Schwestern von Quedlinburg in den Harz, wo er in Goslar eine Buchhändlerlehre machte. Stationen als Landwirt und bei der Bundeswehr folgten, ein Unfall warf ihn aus der Bahn, stets aber hat er viel gelesen. Über ein Jahr lang hat er im südafrikanischen Pretoria in einer Buchhandlung deutsche Literatur verkauft, bis der Chef das Angebot umstellte.

Seinerzeit schon dachte er: „Das alles musst du mal aufschreiben.“ Also setzte er sich in seiner Freizeit an den Schreibtisch, verfasste den Lebensbericht über die Schulzeit, die Zeit als Pfadfinder und Gewerkschafter, das Leben mit seiner Frau und Tochter Kerstin. Als vor zwei Jahren seine Frau starb, zog er von der Innenstadt nach Schicksbaum, wo er die Wanderjahre nun im naturnahen Haus der Tochter beschließen will.