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Der Nikolaus ist zu Gast in Uerdingen

Nikolaus in Uerdingen : Der Nikolaus ist zu Gast in Uerdingen

Der Sinterklaas sendet eine Videobotschaft, muss seinen Besuch in Krefeld aber absagen. Der Heimatbund hält mit einer Aktion dagegen.

Seinen Humor hat Sinterklaas aus Venlo offenbar nicht verloren. Auch er musste mit seinen Auftritten aus den bekannten Corona-Umständen kürzer treten. Menschenansammlungen sind wegen der Pandemie überall zu vermeiden. Und so blieb es auch am Wochenende auf dem Uerdinger Marktplatz still. Dort, wo traditionell der Nikolausmarkt Familien und Kinder beglücken sollte und dem der Sinterklaas wie jedes Jahr als gefeierter Gast per Schiff einen Besuch abstatten sollte. Ganz ohne ihn aber geht es in diesen Tagen dann noch nicht. Via Videobotschaft auf der Facebook-Seite der Stadt Krefeld hat er sich aus der niederländischen Partnerstadt direkt ins Bewusstsein der Krefelder gesendet, nicht ohne die hiesige Folklore ironisch aufzugreifen: „Leider kann ich in diesem Jahr nicht zu euch ins schöne Krefeld, ach nein, Uerdingen am Rhein, kommen“, sprach Sinterklaas: „Die Gesundheit aller geht natürlich vor. Daher muss ich meinen Besuch auf nächstes Jahr verschieben.“

Der Nikolaus rief in seiner Botschaft zum Zusammenhalt auf und machte Mut: „Solange wir aufeinander Acht geben, werden wir das meistern. Ich bin sicher, dass wir schon sehr bald viel wieder gemeinsam erleben können.“ Kein Nikolaus also in Uerdingen? Da widerspricht Elmar Jakubowski vehement. Der Uerdinger Heimatbund versucht mit einer Aktion das Brauchtum in dieser Vorweihnachtszeit zu retten. Das „Bügeleisen“ erstrahlt an diesen Abenden in blau- und rot, in den Farben der Rheinstadt. Im Fenster sieht man sie dann stehen: Eine Figur des Nikolaus‘, unverwechselbar. Er sei eben doch gekommen. So soll die Botschaft lauten. „Das lassen wir uns nicht nehmen“, sagt der Vorsitzende des Heimatbundes. „Er ist unberührt von der Situation und macht Station in Uerdingen“, führt Jakubowski fort. Kinder können die Figur des Heiligen von außen bewundern, bis zum 8. Dezember. „Der Nikolaus hat Uerdingen nicht vergessen“, ruft der Heimatbund-Vorsitzende den Kindern zu und verweist auf die lange Beziehung der Rheinstadt mit dem Heiligen und Schutzpatron: „Wir bieten ihm Quartier.“ Die kleine Kapelle „Et Klöske“ wird nicht umsonst auch „kleiner Nikolaus“ genannt.

Auf die leibhaftige Nikolaus-Figur müssen die Krefelder und Uerdinger in diesem Advent aber verzichten, also auf ihre liebgewonnene Tradition. „Es ist leider nichts möglich. Wir bedauern das alles sehr“, sagt Uwe Rutkowski vom Uerdinger Kaufmannsbund, der den Nikolausmarkt und die Ankunft des Sinterklaas aus den Niederlanden immer auch organisatorisch begleitet hatte, zusammen mit der Stadt Krefeld und dem Stichting Comite aus Venlo. Die Menschen standen Spalier, als die Figur des heiligen Bischofs von Myra am Uerdinger Steiger ausstieg und an Land ging, den Zwarten Piet und für gewöhnlich auch den einen oder anderen Lokalpolitiker an seiner Seite. Tausende Besucher aller Generationen ließen sich diesen Moment am Rheinufer nicht nehmen. Es war stets ein großes Fest, vor allem für die Kinder. „Corona lässt uns keine Chance“, sagt Rutkowski. Auch die Übertragung der Videobotschaft auf dem Uerdinger Marktplatz sei kein Thema gewesen. Menschenansammlungen dürfen nicht provoziert werden. „Niemand kann sicherstellen, dass die Leute die notwendigen Abstände einhalten“, sagt der Vorsitzende des Kaufmannsbundes.

Das bedeutet am Ende auch Einbußen für die Händler und die Gastronomen, die in Uerdingen auch immer von den Vorweihnachtsfesten profitierten: „Es ist kein Jahr zur Freude und Euphorie“, drückt Uwe Rutkowski die Sorgen und Zwänge der seinem Verein angeschlossenen Gemeinschaft noch freundlich aus. Nächstes Jahr soll vieles besser werden, und auch der Nikolaus wieder wahrhaftig zu Besuch kommen.