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Einzelhandel: Der Juwelier Kempkens schließt nach 125 Jahren

Einzelhandel : Der Juwelier Kempkens schließt nach 125 Jahren

Krefeld. Diese Nachricht trifft die Krefelder Geschäftswelt: Die Kempkens Juweliere geben ihr Geschäft an der Rheinstraße auf. Wieder gibt es in der City ein inhabergeführtes Geschäft weniger.

„Wir schließen nach 125 Jahren“, steht in großen Lettern an den Schaufenstern. Und: „Totalausverkauf“.

Bis zum Ende des Sommers sollte das gesamte Angebot verkauft sein, sagt Firmenchef Detlef Kempkens. Zur geplanten Schließung gibt der 67-Jährige jedoch keine Stellungnahme ab.

2011 wurde das 120-jährige Firmenbestehen noch groß gefeiert. „Nach Firmengründer Cornelius, der 1891 in Süchteln mit Bart und steifem Kragen im Dienst der Kunden stand, schickt sich zum runden Geburtstag mit der 23-jährigen Goldschmiede-Gesellin Cosima Kempkens die moderne und erstmals weibliche Generation an, die Geschicke des Traditionshauses weiterzuführen“, hieß es damals.

„Qualität, Preiswürdigkeit und Auswahl“ hatten die Kempkens Juweliere zu allen Zeiten als ihr Markenzeichen geführt. Ewald Kempkens baute die Fabrikation feiner Armbanduhren unter der Marke „Hora“ auf. In Mönchengladbach, Kleve und Kempen wurden nach 1948 Filialbetriebe errichtet. Im Herzen Krefelds, an der Rheinstraße 99, liegt der Firmensitz seit 1963.

Ewald Kempkens ließ dem Sohn und jetzigen Firmenchef zunächst alle Freiheiten. „Ich reiste in der Weltgeschichte herum und lernte Sprachen, verband die Reisen aber immer mit dem Geschäft. So kaufte ich Edelsteine in Rio und arbeitete in der damals größten Goldwarenfabrik im französischen Angoulême“, berichtete Detlef Kempkens zum 120. Geburtstag.

1969 trat er als Großhandelskaufmann und Diamantgutachter ins Familienunternehmen ein. Den edlen Steinen gilt neben Uhren sein Augenmerk. Der Verkauf findet in dem Eckhaus an der Rheinstraße mit der Nummer 99 auf mehreren Etagen statt.

Christoph Borgmann, der Vorsitzende der Werbegemeinschaft, gibt sich ähnlich wortkarg wie Detlef Kempkens. Nach seiner Meinung zur Schließung des Traditionsunternehmens gefragt, antwortet er: „Ich werde mich erst nach den Gründen erkundigen. Zu diesem Zeitpunkt möchte ich nichts sagen.“