Der in Krefeld aufgewachsene Sulaiman Masomi ist kurz davor, ein Star zu werden

Rising Stars : Mit Satire und Wortwitz gegen Vorurteile

Rising Stars Sulaiman Masomi wuchs in Krefeld auf, ist Poetry-Slammer, Deutsch-Afghane und versteht es gekonnt, dem Publikum den Spiegel vorzuhalten. Am 13. April kommt er in die Kulturfabrik.

Mit den Sternen in der Kunst ist es so eine Sache. Es gibt viele Künstler, in allen Genres, die Tag für Tag ihr Publikum mit ihren Auftritten begeistern. Das sind die heimlichen Stars, die unsere Kultur immer wieder aufs Neue mit Leben füllen. Manchmal kann es passieren, dass plötzlich einer aus dieser Schar derart erfolgreich wird, dass aus einem heimlichen Sternchen ein leuchtender Stern wird. Doch kündigen sich derartige Höhenflüge vorher schon auf diese oder jene Weise an. In diesen Fällen spricht man gerne von „Rising Stars“ – Künstlern also, die zwar noch keine Stars im eigentlichen Sinne, aber vielversprechende Kandidaten für einen großen Durchbruch sind. Deshalb heißt eine neue Reihe, die unsere Redaktion gemeinsam mit der Kulturfabrik präsentiert, „Rising Stars“. Darin stellen wir Musiker und Comedians vor, auf die die Bezeichnung Geheimtipp nicht mehr oder zumindest nicht mehr lange passt. Nächster Künstler in der Reihe ist Sulaiman Masomi, der am 13. April in der Kulturfabrik auftreten wird.

 Wer ist der „Rising Star“?

Sulaiman Masomi ist 1979 in Kabul geboren, doch floh seine Familie ein Jahr nach seiner Geburt nach Deutschland, nach Krefeld. Sein Migrationshintergrund sollte eine zentrale Folie bleiben, auf der er seinem Publikum als Poetry-Slammer oder Rapper den Spiegel vorhält. Bisweilen bissig mit rassistischen Klischees jonglierend.

Masomi studierte in Paderborn, gründete dort die offene Lesebühne „Lyriker Lounge“. Lesebühnen scheinen es ihm angetan zu haben, denn er ist auch Mitbegründer von „LMBN“ in Dortmund. Schon früh begann er, sich auf Poetry-Slams auszuprobieren. Seit nunmehr zehn Jahren spielt er gekonnt mit Worten, wurde 2013 NRW-Meister im Poetry-Slam und war Finalist der deutschsprachigen Poetry-Slam-Meisterschaften. Er ist als Kulturbotschafter für das Goethe-Institut unterwegs; war in dieser Funktion unter anderem in Kairo, Riga und Jerusalem. Der studierte Literaturwissenschaftler ist zwar in erster Linie Poetry-Slammer, wie er selbst betont, hat sich aber auch schon in gedruckter Form der Sprache gewidmet. „Ein Kanake sieht rot“ – erschienen bei Lektora – versammelt Kurzgeschichten Masomis. Er errang zuletzt den Kleinkunstpreis Passauer Scharfrichterbeil.

Was erwartet die Besucher?

Kult ist zunächst schon sein Einstieg: „Keine Angst, ich kann deutsch“, gefolgt von einem Zurechtrücken des Mikros mit den Worten: „Muss nur noch dieses ausländerfeindliche Mikro einstellen.“ Was folgt ist eine Mischung aus absoluter Skurrilität und tiefgründiger Gesellschaftskritik. Nicht zu vergessen Geschichten, die sich mit und um Sprache drehen – denn Sprache ist Masomis Metier. Wenngleich er es auch mal zulässt, sich ein wenig zu verhaspeln, auch mal vor sich hin zu nuscheln. Masomi selbst bezeichnet seine Stücke als „Trojanische Pferde“. Und setzt man sich mit seiner Kunst auseinander, so wird rasch deutlich, was er damit meinen könnte. Wirken seine Geschichten zwar auf den ersten Blick unterhaltsam, so verbergen sie eine tiefgründige Botschaft in sich, die zum Nachdenken anregt.

Masomi wird in der Kufa sein neues Programm „Morgen-Land“ präsentieren, in dem er satirisch mit Vorurteilen, Klischees und daraus erwachsenden Ängsten oder auch Absurditäten spielt, die sich mit Migration, dem Fremdsein, Islam oder auch Islamismus in Verbindung bringen lassen. Ist es nun Poetry-Slam, Comedy oder Kabarett?

Warum könnte sich der Abend lohnen?

Das Programm verspricht intelligente Satire, die Vorurteile ad absurdum führt und dabei trotzdem eine gewisse Leichtigkeit behält. Insbesondere, wenn ein Künstler mit derart sensiblen Themen spielt, wie Masomi, bedarf es eines messerscharfen Wort-Sezierens. Man darf gespannt sein, welche Themen er genau auf das Tableau nehmen wird; dass es ein Abend sowohl für die Lachmuskeln als auch für die Tiefen unseres Denkapparates sein wird, dürfte gewiss sein.

Was gibt es vorab zu hören
und zu sehen?

Neben dem oben erwähnten Buch und zahlreichen Videos etwa auf Youtube – darunter auch Mitschnitte aus NightWash – gibt es auch ein Hörbuch: „Immer der Nase nach“ mit Live-Aufnahmen von Masomis Texten.

Was muss man noch wissen?

Wer Tickets für die Veranstaltung gewinnen möchte, schickt bis Montag, 8. April, 23.59 Uhr, eine Mail an redaktion.krefeld@wz.de und beantwortet die Frage: Wo ist Sulaiman Masomi geboren? Die WZ verlost 3x2 Karten. Wer kein Glück hat: Karten für die Veranstaltung am 13. April, 19 Uhr, in der Kulturfabrik gibt es für 22,45 Euro (Ermäßigt 18,05 Euro) im Vorverkauf. Einlass in den vollbestuhlten Saal ist ab 18 Uhr.

kulturfabrik-krefeld.de

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