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Der B-Plan 550 bleibt höchst umstritten

Der B-Plan 550 bleibt höchst umstritten

Gegner und Befürworter diskutieren heftig. Die WZ lädt beide Parteien auf einen Kaffee ein.

Auch beim zweiten Thema des Abends prallten die Meinungen fast unversöhnlich aufeinander — auf der einen Seite die Grundstückseigentümer, die selbst bauen und verdichten oder auch verkaufen wollen, auf der anderen die Bewahrer der Natur, die Artenreichtum und Grünflächen erhalten wollen. Ob der Bebauungsplan Fette Henn/ Hinter der Papenburg der umstrittenste Plan in Krefeld sei, wollte WZ-Moderator Steffen Hoss wissen. „Nein, es handelt sich um ein normales Nachverdichtungsprojekt“, versuchte Stadtplaner Hudde zu beschwichtigen. Es gebe in solchen Fällen immer zwei Meinungen, je nachdem, auf welcher Seite man stehe. Er erinnerte daran, dass kurz nach der ersten WZ-Veranstaltung im Kornspeicher ein reger Erfahrungsaustausch mit 120 Anwohnern und Bürgern stattgefunden habe, wo zwei Bebauungsvarianten und das weitere Vorgehen vorgestellt wurden. Von rund 40 Eigentümern hätten 30 bekundet, bauen zu wollen.

Bebauungsgegner unter den Besuchern verwiesen unter anderem auf die belastende Verkehrssituation in den engen Gassen des Quartiers. Martin Große stellte den ökologischen Aspekt von zu erhaltenden Grünflächen heraus. Anwohner wie Achim Menzel wiesen auf die Problematik des hohen Grundwasserstandes und der Bodenbeschaffenheit hin, was schon den Bau einer Bodenplatte, erst recht aber den eines Kellers erschwere und verteuere. „Bauherren müssen mit ein Drittel höheren Kosten rechnen“, warnte Menzel. Hans Stegmanns hielt dagegen und berichtete, dass seine Bodenplatte weder aufwändig noch teuer war und meinte, man könne ein Haus auch ohne Keller bauen. „Woher wissen Sie, dass kein Interesse an einer Bebauung besteht?“, fragte ein Teilnehmer.

"Krefeld Hautnah" in Hüls

Ob so viel Gegenwehr platzte Milena Oymanns hörbar der Kragen. Sie schilderte auf beeindruckend klare und engagierte Weise ihre Gemütslage und die ihrer Geschwister als Grundstückseigentümer. Sie hätten von den Großeltern eine ehemalige Großgärtnerei geerbt. Die Grundstücke seien nicht nur für junge Familien geeignet, sondern auch um dort alt zu werden. „Wenn man Eigentum im Ortskern hat, möchte man nicht, dass andere darüber entscheiden“, mahnte sie Respekt vor dem Besitz anderer an und erhielt viel Beifall von den anderen Immobilienbesitzern. Redaktionsleiter Passon lud die Beteiligten zu einem Termin in die WZ ein, um in einem Nachgespräch allen die Möglichkeit zur Darstellung der eigenen Sicht zu geben.

Stadtplaner Hudde berichtete über das weitere Vorgehen. Ab Herbst werden alle vorgesehenen Gutachten in Auftrag gegeben, unter anderem zur Entwässerung und Bodenbeschaffenheit, zum Verkehr und Vorkommen von Tierarten. Dies könne bis zu vier Monate dauern. Im Frühjahr stehe dann die Auswertung und maßvolle Planung unter Berücksichtigung aller Daten mit anschließender Offenlegung an. wop