Drohende Schließungen Kaufhof-Mitarbeiter demonstrieren am Montag in Krefeld, Neuss und Mönchengladbach

Krefeld · Drohende Schließungen und wackelnde Arbeitsplätze - die Mitarbeiter von Galeria Karstadt Kaufhof kündigen Protest-Aktionen in der Region an - auch am Standort in Krefeld.

 Ein Mädchen trägt eine Tragetasche mit dem Aufdruck des Warenhauskonzerns Galeria Karstadt Kaufhof.

Ein Mädchen trägt eine Tragetasche mit dem Aufdruck des Warenhauskonzerns Galeria Karstadt Kaufhof.

Foto: dpa/Arne Dedert

Angesichts drohender Schließungen wollen am Montag auch Mitarbeiter der Kaufhof-Filiale in Krefeld für den Erhalt des Standorts und ihrer Arbeitsplätze demonstrieren. Das kündigte die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (Verdi) am Wochenende an. Entsprechende Demonstrationen sind nach Angaben der Gewerkschaft auch in Neuss und Mönchengladbach geplant. Sie finden nach den Angaben im Rahmen von Betriebsversammlungen statt.

In Krefeld werde die Aktion circa um 10 Uhr vor dem dortigen Kaufhof am Neumarkt starten (Neuss ca. 10:15 Uhr vor dem Kaufhof und Mönchengladbach, 10.50 Uhr).„Die Standorte werden durch die vorher stattfindenden Betriebsversammlungen vermutlich bis nach den Aktionen geschlossen sein“, heißt es in einer Verdi-Mitteilung.

Droht eine Kaufhof-Schließung in Krefeld? Das sagt Verdi

Aber droht auch die Schließung des Kaufhof-Standorts in Krefeld? Zu den betroffenen Häusern hat sich die Konzernleitung noch nicht geäußert, erklärt Dominik Kofent, Geschäftsführer der Verdi für den Bezirk linker Niederrhein unserer Redaktion am Sonntag. Der Kaufhof in Krefeld sei aber ein Standort der - vor der Corona-Pandemie - Gewinn gemacht habe, so Kofent. Auch daher würden die Mitarbeiter einfordern, dass das Warenhaus in Krefeld gehalten wird.

80 Häuser stehen „im Feuer“

Gut ein Drittel der Warenhäuser von Galeria Karstadt Kaufhof ist nach Einschätzung der Sanierer nicht zu retten. „Von den insgesamt 172 Warenhäusern könnten am Ende im Idealfall vielleicht fast zwei Drittel weiter machen“, sagte der vorläufige Sachwalter der Warenhauskette, Frank Kebekus, im Mai der „Wirtschaftswoche“. Das würde die Schließung von mindestens 58 Häusern bedeuten. „Wir haben allen Beteiligten klar gemacht, dass 80 Häuser „im Feuer“ stehen“ sagte Kebekus. Doch gebe es für mehr als ein Dutzend dieser Filialen noch Hoffnung.

„Wir haben allen Beteiligten klar gemacht, dass 80 Häuser „im Feuer“ stehen“ sagte Kebekus. Doch gebe es für mehr als ein Dutzend dieser Filialen noch Hoffnung. „Wenn es für diese Standorte noch Zugeständnisse von Vermietern und anderen Beteiligten gibt, kann es dort durchaus weiter gehen“, sage Kebekus.

Corona-Krise hat die Warenhauskette in schwierige Lage gebracht

Die Corona-Krise habe die Warenhauskette in eine äußerst schwierige Lage gebracht. „Wir gehen von einer Milliarde Umsatzverlust in diesem Jahr aus und rechnen auch nicht damit, dass die Kunden im kommenden Jahr wieder so einkaufen werden wie vor Corona. Das heißt, bis Ende 2022 könnten die Umsatzeinbußen sogar auf insgesamt rund 1,4 Milliarden Euro steigen“, sagte der Generalbevollmächtigte Arndt Geiwitz. Der Konzern könne deshalb nur mit harten Einschnitten überleben.

Verdi fordert Staatshilfen

Im Ringen um die Rettung der Warenhauskette Galeria Karstadt Kaufhof fordert die Gewerkschaft Verdi ein Eingreifen des Staates. „Es ist jetzt Zeit für eine politische und finanzielle Unterstützung für die Beschäftigten durch die Politik in den Kommunen, Gemeinden sowie Landesregierungen und der Bundesregierung“, sagte Verdi-Verhandlungsführer Orhan Akman nach einer Sitzung der Tarifkommission für den Warenhauskonzern Ende Mai in Essen. Unterstützung sei auch „in Form von Staatshilfen“ erforderlich, betonte Akman.

Die bisher vorgelegten Überlegungen für eine Sanierung nannte Akman „ideenlos, unkreativ und eine Missachtung von 35 000 Beschäftigten und ihren Familien“. Es seien keinerlei neue Ideen für ein tragfähiges, nachhaltiges Zukunftskonzept präsentiert worden. Das Konzept spreche dieselbe Sprache wie die bisherigen Pläne des Managements mit Personalabbau und Lohnkürzungen.

(pasch/dpa)