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Das SpieDie lässt Helmut Boeck nicht los

Das SpieDie lässt Helmut Boeck nicht los

Der Ex-Leiter des Spielhauses Dießem ist dort noch immer oft anzutreffen. Nachfolgerin Marion Brockamp hat sich gut eingearbeitet.

Helmut Boeck sitzt an einem Tisch im Café des Spielhauses Dießem (SpieDie) an der Dießemer Straße. Wenn der 56-Jährige auf die Räumlichkeiten blickt, sieht er mehr als nur ein paar Tische und Stühle. Das Meiste hat er mit gestaltet und mit aufgebaut und das nicht nur inhaltlich: „Ich kenne hier jeden Nagel“, so der ehemalige Leiter des Spielhauses schmunzelnd. Wenn Boeck auf seine langjährige Tätigkeit zurückblickt, sind es nicht nur zahlreiche Kindergesichter, die er in Erinnerung behält, sondern auch die Hoffnung, etwas bewegt zu haben: „Ich habe jetzt langsam das Rentenalter erreicht und genug Zeit hier verbracht, hoffe aber, dass ich nachhaltig etwas bewirkt habe.“

Dass er das hat, da ist sich seine Nachfolgerin, Marion Brockamp, sicher. Nicht umsonst ist die 49-Jährige, die seit dem 1. März offiziell als Nachfolgerin von Boeck tätig ist, froh, dass dieser noch einige laufende Projekte im SpieDie betreut und deswegen noch viel Zeit vor Ort verbringt: „Einen so tollen Übergang hatte ich noch nirgendwo“, gesteht die Krefelderin, die die letzten 15 Jahre in einer Leitungsposition bei der außerbetrieblichen Jugendberufshilfe gearbeitet hat. Für die studierte Diplompädagogin war es nach 15 Jahren, in denen sie in Düsseldorf arbeitete, Zeit für etwas Neues: „Das Programm vom Werkhaus kannte ich schon lange als Besucherin und war seit jeher davon begeistert“, so Brockamp, die sich beruflich gerne wieder mit jüngeren Kindern beschäftigen wollte. Die Stellenausschreibung kam ihr da wie gerufen: „Ich wollte mich wieder mehr kreativ betätigen und bin froh, in einem so familiären Betrieb gelandet zu sein“, so die neue Leiterin des SpieDie.

Natürlich hat Brockamp auch einige Änderungen im Kopf, die sie nach und nach umsetzen möchte: „Ich möchte gerne räumlich einiges verändern“, berichtet die 49-Jährige. Aber auch inhaltlich hat die neue Leiterin schon Schwerpunkte gefunden, die sie umsetzen möchte: „Ich würde gerne etwas im Musikbereich machen“, so Brockamp, die selber Keyboard spielt und einem Schüler auch ehrenamtlich Musikunterricht gibt. Zudem kann sich die Diplompädagogin vorstellen, mehr Bildungsangebote durchzuführen: „Ich merke schon, dass der Bedarf nach Bildungsangeboten da ist, und fände es schön, wenn wir das in Zukunft umsetzten können“, so Brockamp.

Natürlich müsse auch geschaut werden, was mit dem vorhandenen Personal überhaupt zu schaffen sei, wie auch Boeck aus seiner Tätigkeit am SpieDie weiß: „Es gibt anderthalb feste Stellen, der Rest wird über Honorarkräfte oder Ehrenamtler geleistet“, so Boeck. Bei täglich fünf Stunden Öffnungszeit kommt da ein hoher Personalbedarf zusammen: „Im Jahr sind das 1400 Stunden, die wir geöffnet haben“, erklärt er. Wir, da gehört der 56-Jährige immer noch dazu, denn auch wenn er die Leitung abgegeben hat, ist er immer noch viel im SpieDie. „Ich habe noch drei laufende Projekte, die ich zu Ende führen möchte.“

Aber auch danach werde er mit Sicherheit öfters mal vorbeischauen: „In einem normalen Betrieb würde ich das bestimmt nicht machen, aber hier ist es etwas anderes. Die Kinder liegen mir ja schon am Herzen“, so Boeck mit einem Lächeln. Zwar plane er, ab März, wenn Brockamp ein Jahr als Leiterin des SpieDie tätig ist, sich immer weiter zurückzuziehen, aber ganz weg wird er nicht sein: „Ich werde mit den Kindern den Garten noch weiter pflegen“, sagt Boeck, und Brockamp kann sich keinen besseren Neuanfang vorstellen: „Ich habe hier meinen Mentor und kann immer Fragen stellen“, so die neue Leiterin des SpieDie glücklich.