Das sind die Pläne zur Umsiedlung der Krefelder Sportvereine

„Kein Klub soll im Regen stehen“ : Das sind die Pläne zur Umsiedlung der Krefelder Sportvereine

Dezernent Markus Schön will trotz Schließungen „keinen Klub im Regen stehen lassen“. Zukunftsfrage zur Anlage in Gellep-Stratum bleibt weiter vollkommen offen.

Am Tag nach der Bekanntgabe der Sportanlagen, die in Zukunft von der Stadt nicht mehr betrieben werden sollen, gibt es viele Fragen zum weiteren Vorgehen. Sportdezernent Markus Schön sagt: „Wir lassen keinen Verein im Regen stehen. Wir sprechen auch nicht von Schließungen der Anlagen, sondern von einem Auslaufen. Jeder der betroffenen Vereine wird erst dann umziehen, wenn die nötigen Alternativen geschaffen wurden.“

In einem ersten „Impuls“ hatten Verwaltung und Sportstättenkommission am Mittwoch die Ergebnisse einer Studie zur zukünftigen Nutzung der 17 Krefelder Sportanlagen vorgestellt. Demnach sollen vier Anlagen – Schroesdyk, Kaiser-Wilhelm-Park, Randstraße, Gellep – in Zukunft nicht mehr genutzt werden.

Der Sportausschuss-Vorsitzende Marc Blondin (CDU) spricht von einem „Kommunikationsdesaster“. „Die in der Westdeutschen Zeitung veröffentlichte ‚Schließungsliste’ wurde weder mit den Vereinen, die scheinbar betroffen sind, noch mit dem Sportausschuss abgestimmt. Dabei entscheidet einzig allein der Sportausschuss als zuständiger Fachausschuss über die Zukunft der Sportstätten in Krefeld, und nicht die Verwaltung oder auch die Sportstättenkommission.“

Die auf den vier „auslaufenden“ Anlagen beheimateten Vereine sollen nach Angaben der Verwaltung Trainings- und Spielzeiten auf anderen Sportplätzen erhalten. Welche Alternativen es gibt, zeigen wir in einer Übersicht.

Schroersdyk Der Fußballverein Viktoria Krefeld könnte in Zukunft an der Hubert-Houben-Kampfbahn oder an der Horkesgath beheimatet werden. „Erst aber, wenn die jeweiligen Sanierungen abgeschlossen sind“, so Schön. Während an der Horkesgath im Jahr 2020 alle Umbauarbeiten abgeschlossen sein sollen, wird die Modernisierung der Preußen-Anlage mindestens bis 2022 dauern. Viktoria-Vorsitzender Markus Eitner, der selbst Mitglied der Sportstättenkommission ist, sagt: „Die Viktoria spielt seit den 1930er Jahren auf dieser Anlage, wir sind seit über 80 Jahren damit verbunden. Ich hätte nie damit gerechnet, dass es unsere Anlage trifft. Vom Vereinsranking her stehen wir ja gut da, unser Problem ist es, dass wir keine Schulsportanlage sind. Das würden wir gerne machen, aber da fehlt es an Infrastruktur.“

Die Schließung der Anlage treffe vor allem auch den Stadtteil Inrath, ist sich Eitner sicher. „Es entsteht ein großes Loch zwischen Hüls und den Anlagen Houbert-Houben oder Horkesgath. Die Jugendliche müssen weiter fahren. Ich weiß nicht, ob man sich damit ein Gefallen tut.“

Kaiser-Wilhelm-Park Die dortigen Vereine von VfR Krefeld (Fußball, American Football) sollen ab 2023 auf dem Sprödentalplatz trainieren und spielen.

Randstraße Ebenfalls am Sprödentalplatz soll bald der Fußballverein ATS Krefeld seine Heimspiele austragen. Die Baseballer der Krefeld Crows werden hingegen weiter an der Randstraße bleiben.

Gellep Wenig konkrete Pläne gibt es bislang zur Zukunft der Fußballer des TuS Gellep. „Es gibt die Idee, dass der Verein zukünftig auf der Anlage in Linn spielt. Ebenso ist aber auch der Neubau eines modernen, zukunftsfähigen Kunstrasenplatzes zwischen Gellep und Meerbusch möglich“, sagt Schön. Jürgen Hengst (SPD), Bezirksvorsteher von Uerdingen und Gellep-Stratum, erteilt der ersten Variante eine klare Absage: „Einen Umzug nach Linn wird es mit den derzeitigen Mehrheiten im Stadtrat nicht geben, das ist sicher.“ Bezirksvorsteher Jürgen Hengst verweist auf die langen Diskussionen zu dem Thema und favorisiert ebenso wie die Christdemokraten einen Neubau in Gellep.