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Das sind die Gewinner der WZ-Sportlerwahl in Krefeld

Sieger-Ehrung : Das sind die Gewinner der WZ-Sportlerwahl in Krefeld

WZ-Sportlerwahl 2020: Das war die Preisverleihung im Golfclub Elfrather Mühle

Die Gewinner der WZ-Sportlerwahl 2020 stehen fest. Diese fünf Athleten aus Krefeld und dem Kreis Viersen sind am Montagabend für Ihre Erfolge geehrt worden.

Das Sportjahr 2020, es war ein spezielles. Für viele war es auch ein schwieriges. Mancher Athlet durfte weder trainieren noch an Wettkämpfen teilnehmen. Andere mussten improvisieren, um ihren sportlichen Zielen hinterhereilen zu können. Bloß nicht aus der Form kommen, hieß die Devise. Kurzum: Corona hat auch die Sportler in Krefeld und dem Kreis Viersen im Jahr 2020 im Griff gehabt. Und doch gab es sie, die Lichtblicke. Die sportlichen Höhepunkte, die persönlichen Rekorde und die ein oder andere Medaille, das wichtige Tor, die persönliche Bestleistung. Aus 20 dieser Athletinnen und Athleten aus Krefeld und dem Kreis Viersen erhalten nun die fünf mit den auffallendsten Erfolgen in dieser schwierigen Zeit die Publikums-Auszeichnung „Sportler des Jahres“. Und das sind die Gewinnerinnen und Gewinner der Publikums-Abstimmung der WZ-Sportlerwahl:

5. Platz

 Johanna Huppertz vom SC Bayer 05 Uerdingen
Johanna Huppertz vom SC Bayer 05 Uerdingen Foto: samla.de

Johanna Huppertz vom SC Bayer 05 Uerdingen möchte sich mit erst 14 Jahren einen Platz in der deutschen U16-Auswahl sichern.

Die gebürtige Moerserin behauptete sich stets in den gemischten Teams mit Jungs, mit der U14 erreichte sie die Endrunde der Westdeutschen Meisterschaft, die coronabedingt jedoch abgebrochen wurde. Es folgte die Einladung zu „Perspektive für Talente“, einer Talenteschau auf Landesebene. Mit der Krönung, dass Johanna auch am Bundeslehrgang für die Zusammenstellung der U16-Nationalmannschaft teilnehmen durfte, obwohl sie noch ein Jahr jünger war als ihre Kontrahentinnen. Für eine Nominierung für die Junioren-Nationalmannschaft reichte es im vergangenen Jahr noch nicht, dies soll sich ändern. Langfristig visiert die 14-Jährige die Bundesliga an. Ende Mai wird die Krefelderin an einem U15-Leistungscamp des DBB in Berlin teilnehmen. Für ihre Ziele investiert Johanna viel Zeit, Personal-, Individual- und Onlinetraining sowie joggen.

4. Platz

 Anna Keyserlingk von Bayer Uerdingen
Anna Keyserlingk von Bayer Uerdingen Foto: SC Bayer 05 Uerdingen

Anna Keyserlingk von Bayer Uerdingen hält mit 12,95 Metern den deutschen U18-Hallenrekord. Die 17-Jährige will zur U20-WM.

Zuletzt hatte sie bei der Hallen-DM in Dortmund als Jüngste bei den Frauen als Sechste mit 12,75 Metern mitgehalten. Ihr Sprung war sogar noch etwas weiter, aber ihr langer blonder Pferdeschwanz hatte im Sand auch eine Spur hinterlassen, von der aus gemessen werden musste. Sie frisierte sich für die nächsten Sprünge um – mit einem Dutt.

Schon nach ihrem zweiten Wettkampf überhaupt wurde sie mit 15 Jahren deutsche Vizemeisterin der U18 (12,16 Meter). Jetzt möchte sie natürlich mit ihren erst 17 Jahren (sie wird im Spätsommer 18 Jahre alt) auch schon zu den U20 Weltmeisterschaften.

3. Platz

 Aline Rotter-Focken vom KSV Germania Krefeld
Aline Rotter-Focken vom KSV Germania Krefeld Foto: picture alliance/dpa/UWW/Kadir Caliskan

Aline Rotter-Focken vom KSV Germania Krefeld nimmt nach Weltcup-Gold in Belgrad das letzte große Ziel ihrer Karriere in Angriff.

Das Pandemiejahr 2020 war schon an sein Ende gelangt, da setzte Aline Rotter-Focken wenige Tage vor dem Weihnachtsfest im fernen Belgrad noch ein unübersehbares Ausrufezeichen. Gold beim Weltcup, der wegen der ausgefallenen Weltmeisterschaft so etwas wie der bedeutendste sportliche Vergleich des Jahres gewesen war.

Als Top-Athletin und Deutschlands stärkste Ringerin in der höchsten Klasse bis 76 Kilogramm gehört sie zu den großen Hoffnungen in Tokio auf der Ringermatte. 2020 war aus ihrer Sicht keineswegs ein verlorenes Jahr: „Sportlich war es mega gut. Ich habe mich physisch noch einmal gesteigert und mental verbessert“, sagt sie. Ein Sportpsychologe und Mentalcoach berieten sie. „Ich hatte mehr Zeit für Training und die Vorbereitung.“ Rotter-Focken greift in Tokio noch einmal an. In 2020 hat sie noch einmal Anlauf genommen.

2. Platz

 Johanna Gref aus Bockum studiert seit Mitte Januar in den USA.
Johanna Gref aus Bockum studiert seit Mitte Januar in den USA. Foto: Jochmann, Dirk (dj)

Johanna Gref aus Bockum studiert seit Mitte Januar in den USA und arbeitet unter Top-Bedingungen an ihrer Karriere.

Lange Zeit fuhr die Bockumerin für den VfR Büttgen, sammelte in ihren Anfangsjahren zahlreiche Landesmeistertitel – sowohl auf der Straße als auch auf der Bahn. Doch die Aussichten für den Damen-Radsport sind eher mau. Im Januar daher der Schritt in die USA. Unweit der Großstadt St. Louis kann Gref dank eines Stipendiums den Sport mit ihrer beruflichen Zukunft vereinen. Ein Schritt, den sie nach den ersten Monaten nicht bereut hat: „Es ist aufregend. Die Leute sind super cool. Ich fühle mehr sehr wohl. Auch wenn ich sagen muss, dass es schon sehr viel ist, was anfangs auf einen einprasselt.“

Vor allem durch Krafttraining konnte Gref schnell an Leistung gewinnen, erreichte gute Resultate bei Uni-Rennen. Ab Sommer wird die 19-Jährige zudem für das Team Mack, eine amerikanische Amateur-Mannschaft, an den Start gehen. Mehr Rennen, mehr Training, mehr Arbeit. Doch Gref ist gerüstet. Ihr Traum: zum Ende ihrer Zeit einen nationalen Titel – die Krone im US-College-Sport – zu gewinnen. Die Ziele sind also gesetzt.

1. Platz

 Florian Lindenau vom Oberligisten Adler Königshof
Florian Lindenau vom Oberligisten Adler Königshof Foto: Samla

Florian Lindenau vom Oberligisten Adler Königshof ist eine Ikone im Krefelder Handball und für seine Teamkollegen ein großes Vorbild.

Der 41-Jährige steht im dritten Jahr beim Oberligisten Adler Königshof zwischen den Pfosten, konnte in der ersten Spielzeit den Abstieg aus der Regionalliga nicht verhindern, sorgte dann aber mit großartigen Leistungen dafür, dass sein junges Team im ersten Oberligajahr Fünfter vor der Kreiskonkurrenz aus Lobberich und Oppum wurde.

Am Niederrhein ist Lindenau mittlerweile ein Markenzeichen für den gesamten Handball, der wegen seiner sportlichen Leistungen, seiner Fairness und seines positiven Auftritts von allen Seiten geschätzt wird. Ein großes Ziel hat der Torwart-Oldie noch auf seiner Agenda: „Wenn wir ohne Corona wieder richtig Handball spielen dürfen, möchte ich in zwei, drei Jahren noch einmal mit Adler in die Regionalliga aufsteigen.“ Zu frisch sind die Erinnerungen bei Lindenau an den Drittliga-Aufstieg mit dem TV Aldekerk vor elf Jahren.

(red)