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Krefeld: Das erste Moshroom-Festival ohne Oli Beier

Krefeld : Das erste Moshroom-Festival ohne Oli Beier

Bands haben auch zu Ehren des Moshroom-Gründers die Bühne der Kufa gerockt.

Dießem. Über die sonst so ausgelassene Stimmung liegt diesmal ein Schleier des Gedenkens. Es ist das erste Moshroom-Festival ohne Initiator und Organisator Oliver Beier, der in diesem Jahr im Alter von nur 36 Jahren an Lungenkrebs gestorben war.

Krefeld: Das erste Moshroom-Festival ohne Oli Beier
Foto: Dirk Jochmann

Doch ganz im Sinne des engagierten Musikfans sollte nicht zu lange getrauert werden. 250 Anhänger von Metalcore, Trash und Progressive Grunge hatten sich am Samstag in der ausverkauften Kulturfabrik zum jährlichen Musikfestival, das ganz im Sinne des guten Zwecks — nämlich zur Unterstützung des Kinderschutzbundes — steht, versammelt.

Veronika Effertz, Mitorganisatorin des Moshroom-Festivals

Die Entscheidung, das Event fortzuführen, sei schnell gefallen. Mitorganisatorin Veronika Effertz sagt: „Uns allen war klar, dass wir nach zehn Jahren nicht aufhören wollen. Zusammen wollen wir das Erbe von Oli antreten und in Ehren halten, so wie er es gewollt hat. Dabei müssen wir uns bei den Helfern und den Bands bedanken, die ohne Gage auftreten.“

Den Bezug zur Kulturfabrik, zu dessen Vorstand Oli Beier jahrelang gehörte, will man dabei nicht verlieren. Das Organisationsteam unterstützt das Anliegen, dem Kinderschutzbund unter die Arme zu greifen, weiter. Der gesamte Erlös der Non-Profit-Veranstaltung, der auch in diesem Jahr vierstellig ausfällt, geht an den Verein. Dafür traten gleich sieben Gruppen aus Krefeld und Umgebung auf. Ausgewählt nach Engagement und Musikrichtung ließ das komplett neue Line-Up ein zufriedenes Publikum zurück.

Während der Veranstaltung erklärte Effertz, die auch für die Bandansagen zuständig ist: „Wir wählen unsere Acts nach bestimmten Kriterien aus. Wir müssen immer schauen, ob die Musikrichtung bei uns reinpasst und ob man zusammenarbeiten kann. Wir fragen einige Bands an, andere kommen auch auf uns zu. In der Szene läuft viel über Kontakte untereinander. Nach einiger Zeit kennt man sich auch.“

Zuschauer Niklas Schmitz freute sich über die neuen Gruppen: „Ich komme schon seit Jahren zum Moshroom-Festival. Es gibt nicht viele große Veranstaltungen für unser Musikgenre und hier trifft sich dann die halbe Szene. Die Bands sind fast immer andere und so ist für jeden Gast etwas dabei — jeder hat seine Lieblingsbands. Nebenbei ist es schön, dass man mit seiner Karte sogar etwas Gutes tut.“

In diesem Jahr machten die Organisatoren noch Abstriche. So blieb es zunächst bei einem statt zwei Veranstaltungs-Tagen und die Aftershow-Party wurde gestrichen. Im nächsten Jahr könnte sich das wieder ändern, nachdem das Event auch ohne Festival-Vater Beier ein großer Erfolg war.