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Krefeld: Das Ende der Hauptschulen

Krefeld : Das Ende der Hauptschulen

Die Mitglieder des Schulausschusses entscheiden am Donnerstag über das Konzept der Stadt zur sukzessiven Auflösung der Hauptschulen.

Krefeld. Vehement hatten sich Eltern und Schüler gegen die Schließung der katholischen Von-Ketteler-Schule und die damit verbundene Zusammenlegung mit der Gartenstadtschule gewehrt. Ihr Vorwurf: Sie seien nicht rechtzeitig informiert und vor vollendete Tatsachen gestellt worden.

Der Protest bliebt erfolglos: Die vorzeitige Auflösung der Hauptschule hat der Rat bereits im Februar beschlossen, die Bezirksregierung anschließend genehmigt. Jetzt hat die Stadtverwaltung ein Konzept zur sukzessiven Auflösung der in Krefeld verbleibenden Hauptschulen vorgelegt, das am Donnerstag im Ausschuss für Schule und Weiterbildung beschlossen werden soll.

Danach wird die Gartenstadtschule die Schüler der Von-Ketteler-Schule aufnehmen und regulär zum 31. Juli 2018 auslaufen. Auch die Prinz-Ferdinand-Schule, die Stephanusschule und die Josef-Hafels-Schule sollen in den kommenden Jahren sukzessive aufgelöst werden. Schon jetzt gestalte sich die Gewährleistung „eines umfassenden Unterrichtsangebotes bei steter Reduzierung der Klassen“ schwierig, schreibt Ann-Kathrin Kamber von der Schulaufsicht in ihrer Stellungnahme an Fachbereichsleiter Jürgen Maas.

Ein ordnungsgemäßer Schulbetrieb in der Prinz-Ferdinand-Schule könne daher ab dem Schuljahr 2017/2018, an der Stephanusschule ab dem Schuljahr 2019/2020 nicht mehr gewährleistet werden, weil nicht mehr genug Lehrer da seien, um die anfallenden Unterrichtsstunden zu stemmen. In beiden Schulen würden dann nur noch die beiden letzten Jahrgänge neun und zehn unterrichtet. „Seitens des Schulträgers und der Schulaufsicht wird daher einvernehmlich und dringend empfohlen, die Prinz-Ferdinand-Schule vorzeitig zum 31. Juli 2017 und die Stephanusschule vorzeitig zum 31. Juli 2019 aufzulösen und die verbleibenden Schülerinnen und Schüler jeweils in der Josef-Hafels-Schule weiter zu unterrichten“, heißt es im Konzept der Verwaltung.

Gemeinsam mit den letzten beiden Jahrgängen der Josef-Hafels-Schule sollen die Schüler dann in Fischeln ihren Abschluss machen können. Davon profitierten Organisation, Angebot und Qualität des Unterrichts für die Schüler aller drei auslaufenden Hauptschulen, ist die Verwaltung überzeugt.

Auch Birgit Oelmüllers-Hoff würde das so unterschreiben. „Es geht nicht anders“, betont die Schulleiterin der Fischelner Josef-Hafels-Schule. Auch wenn die Zusammenlegung alle Beteiligten vor Herausforderungen stelle, habe man ja auch den Umzug von Lehrern und Schülern der im vergangenen Jahr geschlossenen Stahldorfer Theodor-Heuss-Schule an die an der Hafelstraße gemeistert. „Es funktioniert, wenn sich alle darauf einlassen“, davon ist Birgit Oelmüllers-Hoff überzeugt.

Kopfnicken auch von Seiten der Politik. „Wir werden zustimmen“, sagt etwa die Schulpolitische Sprecherin der Grünen, Annelie Wulff, „weil man offensichtlich aus Fehlern gelernt hat, die im Falle der Von-Ketteler-Schule gemacht worden sind.“ Die wegen sinkender Schülerzahlen „unabwendbare und längst beschlossene Schließung der Hauptschulen“ sei auf Grundlage des Verwaltungskonzeptes „endlich in geordneter Weise möglich“, betont Wulff. Auch CDU-Frau Britta Oellers signalisiert Zustimmung ihrer Partei. „Der Zug rollt ja“, sagt Oellers. „Auch wenn das schade ist, da wir als CDU diese Schulform sehr schätzen.“

Auch die Einführung eines „Bildungsganges Hauptschule“ an einigen Krefelder Realschulen soll heute Abend im Schulausschuss beschlossen werden.