Damit die Erinnerung einen Platz hat

Damit die Erinnerung einen Platz hat

Der Verein Impuls Krefeld spendet zwei besondere „Memorial-Bücher“ für Kinder im Stups.

„Von den Kindern gibt es nur wenige Erinnerungen, denn ihre Lebenszeit ist oft ja so kurz. So bleibt jetzt etwas Fassbares.“ Diane Kamps, Oberin der DRK-Schwesternschaft Krefeld, und Nancy Gasper, Leiterin des stups-Kinderzenrums, freuen sich sehr über diese beiden besonderen Bücher — die sich erst in den nächsten Jahren mit Inhalten füllen werden. Jessica Oehmke, Bettina Weizel-Bettschart und Marcus Janssens, alle Mitglieder von Impuls Krefeld, brachten jetzt zwei von Janssens handgefertigte „Memorial-Bücher“ in das Kinderzentrum. Diese Bücher sollen betroffene Eltern bei einem Thema unterstützen, das sich kontinuierlich weiter entwickelt — der Trauerarbeit mit den Eltern und Familien, deren Kinder im Kinder- und Jugendhospiz versterben.

Die großformatigen, hochwertig aus geprägtem Leder und edlem Büttenpapier gefertigten Bücher haben zwei Intentionen. Eines ist eine Art „Tagebuch“ für die Eltern, während deren Kinder im Kinderhospiz betreut werden. „Die Eltern können in einem Buch ihre Gedanken und Beobachtungen festhalten. In dem anderen Buch widmen wir je eine Doppelseite einem Kind und halten Bilder oder schriftliche Erinnerungen fest, wenn das Kind verstorben ist“, erklärt Gasper. Auch die Kinder, die seit Gründung des stups vor mehr als fünf Jahren bereits verstorben sind, werden nachträglich einen Gedenkplatz im Buch erhalten.

Die Idee zu den Büchern ist in der Organisation entstanden, als Impuls-Mitglieder 2017 zu einem Informationsbesuch in das stups gekommen waren. „Sie haben uns damals in einem Nebensatz erzählt, dass sie über Gedenkbücher nachdenken. Das war der Auslöser, um diese Bücher zu entwickeln“, so Janssens, Buchbindermeister und Chefrestaurator im Stadtarchiv Neuss. Er sei bei seiner Idee zur Entwicklung dieser Bücher dann von den anderen Vereinsmitgliedern unterstützt worden. Gestalterisch korrespondieren beide Bücher, die Farbgebung hatte sich dann entwickelt, als er bei einem Vorgespräch den neuen „Raum der Stille“ für die Eltern der Hospiz-Kinder und dessen Farbkonzept gesehen hatte. „Es sind wertvolle Bücher für wertvolle Erinnerungen“, so Oehmke — und wenn die Seiten gefüllt sind, wolle der Verein über die Gestaltung der nachfolgenden Memorial-Bücher nachdenken.

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