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Corona: Neun Menschen liegen in Krefeld auf der Intensivstation

Corona-Pandemie : Neun Menschen liegen in Krefeld auf der Intensivstation

Die Zahl der Erkrankten in Krefeld, die mittlerweile auf einer Intensivstation behandelt werden, ist gestiegen. OB Frank Meyer: „Das müssen wir im Blick behalten“. Die Polizei und die Verwaltung loben die Disziplin der Bevölkerung.

Oberbürgermeister Frank Meyer warnt davor, den auf den ersten Blick moderaten Verlauf der Corona-Erkrankungen in Krefeld als Zeichen für eine baldige Lockerung der Verordnung zu interpretieren. „Ich halte das nach wie vor für gefährlich, wenn wir nicht in eine dramatische Verschlechterung kommen wollen.“

Anlass dieser Äußerung ist auch, dass die Zahl der Erkrankten, die mittlerweile auf einer Intensivstation behandelt werden, von sechs auf neun gestiegen ist. „Das ist eine Größenordnung, die wir im Blick behalten müssen“, sagte der Verwaltungschef am Montag auf der Pressekonferenz des Krisenstabs der Verwaltung.

Tatsächlich hatte die Stadt am Samstag nur 31 Menschen gezählt, die für einen Abstrich zum Diagnosezentrum gekommen waren. Und zu den bislang bestätigten Corona-Fällen in Krefeld sind am Wochenende nur sechs hinzugekommen. Die Gesamtzahl beträgt nun 269. 173 Menschen sind aktuell infiziert, 95 sind genesen, eine über 90-jährige Person ist wie berichtet verstorben, nachdem sie zuvor auf einer Isolierstation gelegen hatte. Erwähnt wurden in dem Zusammenhang auch multiple Vorerkrankungen.

Von den neun Intensivpatienten werden sieben beatmet. Insgesamt liegen 19 Menschen, die von dem Virus betroffen sind, im Krankenhaus. 968 Personen befinden sich in Quarantäne. Die Zahl der Abstriche beträgt derzeit 2681, 89 müssen noch von einem Labor ausgewertet oder die Ergebnisse übermittelt werden.

Auch ein Polizist in Krefeld ist an Corona erkrankt. Er befindet sich laut dem kommissarischen Behördenleiter Dietmar Maus aber bereits in der „auslaufenden Quarantäne“.

Erstmalig war somit am Montag auch ein Vertreter der Polizei zu Gast bei den seit rund drei Wochen werktäglichen Pressekonferenzen der Verwaltung im Anschluss an die morgendliche Zusammenkunft des Krisenstabs. Polizeipräsident Maus bestätigte das, was auch schon die Verwaltung in den vergangenen Tagen immer wieder zum Kontaktverbot gesagt hatte: „Der größte Teil der Bevölkerung hält sich an die Regeln.“ Die Menschen seien „pro-aktiv-einsichtig“. Da allerdings mit den Osterfeiertagen nach dem schönen Wochenende ein Zeitraum anstehe, an dem es die Menschen ebenfalls vor die Tür ziehen werde, sei man weiter auf „Hab-Acht“. Einen Appell richtete Maus auch an Privatpersonen, Zusammenkünfte zu Hause zu vermeiden.

Unterdessen verzeichnet die Polizei wie schon die Feuerwehr weniger Notrufe. „Die 110 ist im Moment weniger gefragt.“ Einsätze insgesamt würden bis zu 20 Prozent weniger registriert, bei Unfällen betrage er sogar 35 bis 50 Prozent weniger (Lesen Sie hierzu auch unseren Artikel auf der Seite 2). „Wir haben aber schon noch ein hohe Einsatzaufkommen“, erklärte der kommissarische Polizeichef. So seien die Beamten nun häufiger als „Präsenzstreifen“ rund um die Uhr zu sehen. Pro Tag verhängt die Polizei im Durchschnitt zwölf Bußgelder wegen des Kontaktverbots.

Der Kommunale Ordnungsdienst (KOD) der Stadt hat am Wochenende sieben Bußgeldverfahren eingeleitet. Davon fünf im Falle größerer Versammlungen, eins auf einem Spielplatz und ein weiteres für den gastronomischen Verkauf in einer Tankstelle. Zudem kam es am Sonntagabend auf der Christian-Roos-Straße zu einer Auseinandersetzung zwischen einer vierköpfigen Gruppe und einer KOD-Streife. Nachdem vier Platzverweise ausgestellt worden seien, sei eine Person aus der Gruppe handgreiflich geworden. Im weiteren Verlauf der Rangelei mit zwei Personen aus der Gruppe sei auch Pfefferspray eingesetzt worden. Drei Personen seien geflüchtet, eine weitere habe sich während der Auseinandersetzung passiv verhalten. Eine Fahndung der Polizei verlief ohne Erfolg.