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Corona Krefeld: Klagen gegen Ausgangssperre und Maskenpflicht

Corona-Überblick : Klagen gegen Ausgangssperre und Maskenpflicht in Krefeld - Lage spitzt sich zu

Auch in Krefeld gibt es mehrere Klagen gegen die verschärften Corona-Einschränkungen. Die Lage in den Kliniken ist angespannt. Der Pandemie-Überblick.

Gegen die neue Allgemeinverfügung der Stadt Krefeld zur Eindämmung der Corona-Infektionen sind bis zum Dienstagmittag vier Klagen von Krefeldern beim Verwaltungsgericht Düsseldorf eingegangen. Sie richten sich sowohl gegen die räumlich erweiterte Maskenpflicht als auch gegen die nächtliche Ausgangssperre. Das teilte Oberbürgermeister Frank Meyer nach der turnusmäßigen Sitzung des Krisenstabes mit. Sollte das Gericht die Verfügung bemängeln, werde man sie entsprechend anpassen, sagte der OB.

Zugleich betonte Meyer die Wichtigkeit eines energischen Vorgehens gegen das „sehr dynamische Infektionsgeschehen“, denn: „Aus benachbarten Städten erreichen uns bereits Meldungen, dass Corona-Patienten verlegt werden müssen. Hier in Krefeld gibt es keinen Grund zur Panik, aber zur Vorsicht. Wir beobachten eine Zunahme schwerer Krankheitsverläufe.“ Noch sei die Lage an den Kliniken zwar angespannt, aber stabil, wie Gesundheitsdezernentin Sabine Lauxen versicherte.

Auch bei der Ausgangssperre gehe es nicht darum, „irgendjemanden drangsalieren zu wollen“, so der OB, sondern darum, „alle nicht notwendigen Aktivitäten zu drosseln“. Meyer äußerte seinen Ärger darüber, dass sich Leute in sozialen Netzwerken lustig über den Kampf gegen das Virus machten: „Wenn sich alle adäquat und dem gesundem Menschenverstand folgend verhalten würden, wäre die Krise wahrscheinlich schon vorüber.“

Stadtdirektor Schön will, dass Kitas in den Notbetrieb schalten

Das Gesundheitsamt hat laut Stadt trotz der zuletzt massiv gestiegenen Infektionszahlen die Kontaktnachverfolgung noch im Griff – auch wenn die Mitarbeiter in dem Fachbereich dafür oft bis tief in den Abend und am Wochenende arbeiten müssten, sagten Meyer und Lauxen. Allerdings drückten sie auch ihre Sorge darüber aus, dass dies bei einer weiter steigenden Inzidenz nicht mehr lange zu schaffen ist. Sorgen macht den Verantwortlichen auch der immer höhere Anteil an Mutationen, mittlerweile soll er in Krefeld bei 78 Prozent der positiven Fälle liegen. Die indische Mutation ist bislang hier noch nicht aufgetaucht.

Angespannt und sorgenvoll blicken vor allem viele Schüler, die vor ihren Abschlussprüfungen stehen, auf die Entwicklung in den nächsten Wochen. Am Freitag beginnen die Abiturklausuren. „Es kann ja jederzeit sein, dass Prüflinge in Quarantäne müssen“, sagte Schuldezernent Markus Schön, „insofern muss das Schulministerium rasch Klarheit über Nachschreibemodalitäten und Ähnliches schaffen.“

Klarheit mahnt der Stadtdirektor auch für den Kita-Betrieb an. Schön: „Ich halte es für schwer vertretbar, dass die Grundschulen im Distanzunterricht sind, in den Kitas aber alles fast uneingeschränkt weiter läuft. Da muss dringend etwas passieren.“ Für Schön ist eine Rückkehr zum Notbetrieb das Gebot der Stunde, das hieße zum Beispiel, dass nur Kinder von Eltern mit systemrelevanten Berufen kommen dürften. Mit anderen Kommunen und über den NRW-Städtetag habe man beim Familienministerium eine solche Regel ab einer Sieben-Tage-Inzidenz von 200 vorgeschlagen. Denn in den Kitas drücke auch der Personalmangel, weil zum Beispiel Erzieherinnen nicht arbeiten können, wenn sie ihre daheim lernenden Grundschulkinder versorgen müssen.

Unterdessen hat Gesundheitsdezernentin Sabine Lauxen Schwierigkeiten bei der Vergabe der Impftermine im Impfzentrum eingeräumt. Zwar seien sowohl die Kapazitäten auf dem Sprödentalplatz als auch die personelle Ausstattung vorhanden, es fehle aber oft an Impfstoff. Zudem bestätigte sie, dass bei den über 70-Jährigen auch die Begleitpersonen mitgeimpft werden könnten, doch dafür müsse man diese gesonderte Impfung ebenfalls vorab anmelden und vereinbaren. Lauxen: Einfach spontan eine zweite Person mitzubringen sorgt bloß für Chaos im Impfzentrum.“