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Corona: Krefeld führt Lolli-Tests in Kitas ein

Pandemie-Überblick : Krefeld führt Corona-Lolli-Tests in Kitas ein

Im Kampf gegen das Coronavirus führt die Stadt Krefeld in den Kitas nun Lolli-Tests ein – ein Sportclub hilft bei der Logistik. Unterdessen trafen Querdenker am Montagabend auf Gegen-Demonstranten.

Nach zwei Corona-Demonstrationen ist es am Montagabend  zu körperlichen Auseinandersetzungen am Hauptbahnhof gekommen. Dabei wurde laut Stadt ein Mitarbeiter des Kommunalen Ordnungsdienstes (KOD) am Handgelenk verletzt. Die Polizei nahm eine Strafanzeige wegen Körperverletzung auf. Zu den Ausschreitungen kam es, als gegen 19.30 Uhr 80  sogenannte Querdenker auf etwa 100 Teilnehmer der Gegendemonstration „Menschenleben vor Profite – Solidarisch durch die Pandemie“ trafen und die Polizei die beiden Lager nicht mehr auf Abstand halten konnte.

Auch bei der Kontrolle der Ausgangssperre  hatten KOD und Polizei am Montagabend einiges zu tun. Von 192 im öffentlichen Raum angetroffenen Personen, konnten 25 keinen triftigen Grund nennen, warum sie nicht zuhause waren. Sie erwartet ein Bußgeld von 250 Euro. OB Frank Meyer unterstrich, dass KOD und Polizei auch weiterhin konsequent kontrollieren und Verstöße ahnden werden: „Wenn sich manche Leute schon nicht aus Gründen der Vernunft und Solidarität an die Regeln halten, dann vielleicht jetzt  aus Sorge vor teuren Konsequenzen.“ Das habe nichts mit Schikane zu tun, so Meyer, aber: „Wir müssen einfach die Infektionszahl runterkriegen.“

In den Kitas beginnen nächste Woche die „Lolli-Testungen“

Unterdessen treibt die Stadt die sogenannte Lolli-Corona-Testung in den Kitas voran. Ab kommenden Montag werden zunächst in den 47 städtischen Kitas alle Kinder zweimal die Woche auf Covid 19 getestet, indem sie an einem Lolli lutschen. Stadtdirektor Markus Schön: „Es hat sich gezeigt, dass die normalen Schnelltests für kleinere Kinder nicht gut geeignet sind.“ Ab Mitte Mai sollen dann alle Kitas nachziehen können. Das Land will dieses Modell zudem an Grund- und Förderschulen etablieren. Schön und Jugendamtsleiterin Sonja Pommeranz betonen, dass es sich bei den „Lollis“ nicht um Schnell- sondern um PCR-Tests handelt, die im Labor ausgewertet werden müssen.

Sehr dankbar ist die Stadt dem SC Bayer 05 Uerdingen, der bei der Logistik entscheidend mithilft, indem Vereinsmitglieder die Proben jeweils um 10 Uhr in den Kitas abholen und in die Labore transportieren. Bis 18 Uhr sollen die Ergebnisse vorliegen. „Wir wollen so für die Mitarbeiter und die Familien mehr Sicherheit schaffen, denn die Infektionszahlen von Kindern steigen merklich an, zugleich sind aber viele unauffällig, weil symptomfrei“, sagt Pommeranz.

Insgesamt hat es in Krefeld bislang gut 81 000 kostenlose Corona-Bürgertests gegeben, nur  479 waren positiv, berichtet Gesundheitsdezernentin Sabine Lauxen. Sie zeigt sich frustriert darüber, dass es so sehr an Impfstoff mangele, für nächste Woche seien Krefeld nur ganze 1400 Dosen Biontech avisiert worden, „die verimpfen wir locker an einem Tag“, so Lauxen. Dies kollidiere auch mit der neuen Impfverordnung, nach der ab Freitag viele „Chroniker“, also Menschen, die etwa an Diabetes, Adipositas, Demenz oder Krebs leiden, Impftermine machen könnten. Lauxen: „Ohne Impfstoff kriegen die aber erst mal keine Termine, das macht uns allen das Leben sehr schwer.“