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Corona-Ärger in Krefeld: OB Meyer kritisiert NRW-Regierung und Bund

Pandemie-Beschlüsse : Corona-Ärger in Krefeld: OB Meyer kritisiert NRW-Regierung und „Helden in Berlin“

Was bedeuten die neuen Corona-Beschlüsse für die Kommunen in NRW? In Krefeld sorgen sie für einen verärgerten Oberbürgermeister und eine „dramatische Herausforderung“.

Krefelds Oberbürgermeister Frank Meyer hat sich am Freitagmittag in einer Video-Pressekonfernez verärgert über die zu langsam erfolgende Information durch Bund und Land zur aktuellen Corona-Schutzverordnung gezeigt: „Wir haben kaum Informationen, wie etwa die Schnelltests konkret umzusetzen sind“, sagte Meyer, und: „Das ist symptomatisch für das Leben einer deutschen Stadtverwaltung an einem Freitag in der Pandemie.“ Am Mittwoch hätten „die Helden in Berlin“ verkündet, wie es weitergeht, „aber die Kommunen, die es umsetzen müssen, lässt man im Regen stehen“, so Meyer.

In der Sache steht Meyer voll hinter den Schnelltests. „Testen, testen, testen muss die erste Säule in der Corona-Bekämpfung sein, impfen, impfen, impfen die zweite.“ Dabei komme freilich auf Krefeld logistisch eine „dramatische Herausforderung“ zu, betonten Meyer und Gesundheitsdezernentin Sabine Lauxen. „Wir brauchen eine verlässliche Teststruktur mit klaren Regeln“, sagte Meyer. Ab der kommenden Woche hat jeder Bürger den Anspruch auf einen kostenlosen Schnelltest in der Woche. Eine entscheidende Frage etwa sei, ob ein positiver Schnelltest prinzipiell an einen PCR-Abstrich gebunden sei. Falls dem so sei, benötige man umfassend eine Doppelstruktur beim Testen.

Sabine Lauxen kündigte an, die Kapazitäten im Corona-Diagnosezentrum an der Schwertstraße ab nächster Woche wieder hochzufahren. Der Betreiber DRK habe dort bereits 10 000 Schnelltests vorrätig. Generell strebe die Stadt an, ein bis drei große Anlaufpunkte für die Testungen zu installieren, daneben aber ein dezentrales Netz über alle Stadtteile zu spannen. Auch größere Unternehmen bittet die Stadt, Testsysteme für die Mitarbeiter einzurichten.

Meyer gab desweiteren bekannt, dass die Kultureinrichtungen, namentlich die städtischen Museen, noch nicht am kommenden Dienstag für Besucher mit Termin öffnen könnten. Denn auch da müsse erst geprüft werden, ob das, was das Land in die neue Corona-Schutzverordnung geschrieben habe, „alltagstauglich und praktikabel“ sei.

Unterdessen gibt es in Krefeld einen weiteren Todesfall im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie. Laut Stadt handelt es sich um eine Person im Alter von rund 90 Jahren, die im Krankenhaus verstarb und zuvor nicht in einem Heim lebte.

Zugleich steigt die Sieben-Tage-Inzidenz (pro 100 000 Einwohner) in Krefeld wieder an auf 73,9 (Stand: Freitag, 0 Uhr). Aktuell mit Covid 19 infiziert sind 244 Krefelder, insgesamt seit Ausbruch der Pandemie sind es 7361. An oder mit Corona gestorben sind in Krefeld 133 Menschen. In Krankenhäusern liegen derzeit 20 Corona-Patienten, acht davon auf einer Intensivstation.