Compo-Gelände: Wiederaufbau in Eile mit Weile

Compo-Gelände: Wiederaufbau in Eile mit Weile

Den ganzen Tag ist gestern bei Dujardin der Neubau von Hallen auf dem Compo-Gelände erörtert worden. Klar ist: Bis die Genehmigung da ist, vergeht noch viel Zeit.

Krefeld. Am 25. September 2012 befand sich der halbe Niederrhein in Aufruhr. Gelber, weißer und schwarzer Rauch zog in nordöstlicher Richtung über den Rhein bis nach Rees und ins Ruhrgebiet. Der Flugverkehr wurde vom Tower in Düsseldorf zeitweise umgeleitet, vor allem im Westen Duisburgs herrschte noch nach Tagen große Aufregung und Unsicherheit über die Gefährlichkeit des Ascheniederschlags aus Krefeld.

Die 22 400 Quadratmeter große hölzerne Lagerhalle des Düngemittelherstellers Compo in Gellep-Stratum war bis auf die wenigen Grundmauern und das eiserne Trägergerippe niedergebrannt. Mitsamt 33 000 Tonnen Vor- und Endprodukten.

Gestern, 18 Monate später, hatte die Bezirksregierung in Düsseldorf alle Beteiligten zum Erörterungstermin für den Wiederaufbau in der Küferei bei Dujardin eingeladen. Von 9 bis 18 Uhr debattierten Vertreter des Werkes, der Bezirksregierung, des Bundes für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND) und Anlieger über die Neubauten an Kanal zwischen Drehbrücke und Wendebecken. Die Krefelder Stadtverwaltung und das Landesamt für Natur- und Umweltschutz waren auch anwesend. Compo-Werkleiter Heinrich Leymann empfand die Erörterung als „sachlich“.

Bis die Genehmigung für den Neubau von drei soliden Lagerhallen mit einer Kapazität von zusammen 71 000 Tonnen inklusive neuer Förderbänder, ein neues Additivlager (450 Tonnen Kapazität), einer neuen Lkw- und Containerabfüllstation sowie einer Schiffsverladestelle vorliegt, werden aber noch Monate vergehen.

Es gibt drei Einwände gegen das Vorhaben; vom BUND und zwei Privatpersonen. Sie beziehen sich auf die Luftbelastung, Brandschutz und Lärmbelästigung. „Wir werden sowohl die Baupläne als auch die Einwendungen nach der Erörterung gründlich prüfen“, erklärte Bernd Hamacher, Sprecher der Bezirksregierung. Es sei derzeit aber nicht abschätzbar, wann man fertig damit sei. Hamacher: „Deshalb haben wir keine Zeitvorgaben herausgegeben.“

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