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"Extra 3"-Satire: Christian Ehring legt nach: Erdogan wird weiter geärgert

"Extra 3"-Satire : Christian Ehring legt nach: Erdogan wird weiter geärgert

Der Krefelder hat mit dem Satiremagazin Extra 3 einen diplomatischen Eklat ausgelöst. Kein Grund zum Einknicken.

Krefeld. Punktlandung für das Satiremagazin Extra 3: Der in dem Video „Erdowie, Erdowo, Erdogan“ für seinen Umgang mit Pressefreiheit und Journalisten kritisierte türkische Präsident Erdogan hat sich prompt nach der Ausstrahlung am 17. März darüber empört, den deutschen Botschafter einbestellt und den Verbreitungs-Stop des Videos gefordert.

In der jüngsten Sendung am Mittwochabend legte das Team um den Krefelder Satiriker und Moderator des Magazins noch eine Schippe drauf.

Herr Ehring, wie können wir uns die Vorbereitung der letzten Sendung vorstellen?

Christian Ehring: Uns war natürlich klar, dass wir Erdogan als Werbeträger für unsere Sendung nutzen müssen, aufgrund seiner Reaktion war nichts anderes denkbar. Deshalb haben wir ihn ja auch zum Mitarbeiter des Monats gemacht. Trotzdem war uns wichtig, dass wir uns jetzt nicht zu sehr selbst beweihräuchern. Und schließlich gibt es ja auch noch andere spannenden Themen.

Ehring: Klar, das kommt ja nicht jeden Tag vor, dass Satire so einen diplomatischen Rattenschwanz hinter sich her zieht. Aber bleiben wir fair, das hätte auch in jedem anderen Format passieren können. Und mit Mut hat das Ganze gar nichts zu tun. Hätten wir uns das in der Türkei getraut, dann natürlich, für deutsche Verhältnisse ist das aber ein völlig normaler Schärfegrad gewesen.

Wie bewerten Sie die Haltung des Botschafters Erdmann?

Ehring: Sicher ist es löblich, dass er sich dem Konflikt gestellt und unser Verständnis von Pressefreiheit verdeutlicht hat. Andererseits ist das aber auch sein Job. Dafür darf er ja dann auch wieder auf Autobahnen so schnell fahren, wie er will, ohne jemals ein Knöllchen zu kassieren.

Gab es konkrete Versuche zur Einflussnahme auf ihre Berichterstattung aus einer Richtung?

Ehring: Nein, weder die Bundesregierung noch die Türkei haben hier angerufen und gesagt, wir sollten doch jetzt mal den Ball flach halten. Das wäre dann auch wirklich ein Skandal. Das Gute ist, dass in besagtem Video ja nichts als Fakten kritisiert werden, die Erdogan ja dann auch dankenswerterweise bestätigt hat. Wir haben uns nichts vorzuwerfen.

Glauben Sie, dass der Fall langfristige Auswirkungen haben kann?

Ehring: Im besten Fall lernt Erdogan ein bisschen was daraus. Eher unwahrscheinlich, aber immerhin haben wir eine spannende und wichtige Debatte neu angestoßen.