Wirtschaft: Chemie mit Zukunft in Uerdingen

Wirtschaft : Chemie mit Zukunft in Uerdingen

300 Millionen Euro haben Unternehmen im vergangenen Jahr in den Standort Krefeld investiert — und die Industrie am Rhein soll weiter wachsen.

Zum zehnjährigen Bestehen gab’s eine pompöse Geburtstagstorte und Zahlen, die sich sehen lassen können: Beim Jahresmediengespräch des Chemieparks zeigt sich Lars Friedrich, Standort-Leiter in Uerdingen, zufrieden: 300 Millionen Euro haben die im Chemiepark ansässigen Unternehmen im vergangenen Jahr in neue Anlagen und Instandhaltungsmaßnahmen investiert. Das sind 40 Millionen Euro mehr als 2016, aber sieben Millionen Euro weniger als im Rekordjahr 2014. „Diese Investitionssumme zum zehnten Geburtstag kann sich sehen lassen“, findet Friedrich.

Seit 2008 firmiert das Werk in Uerdingen, das dort bereits seit mehr als 140 Jahren besteht, unter dem Namen Chemiepark. Seitdem wurden am Rhein mehr als zwei Milliarden Euro investiert. „Das verdeutlicht die Attraktivität unseres Standortes und ist gleichzeitig ein wichtiges Zeichen für die Zukunft der Chemie hier in Krefeld“, betont der Chemiepark-Chef.

Mit 7 700 Mitarbeitern, 700 mehr als im Vorjahr 2016, ist das Uerdinger Werk ein bedeutender Arbeitgeber für die Region. Das gelte auch für die Ausbildung: 408 junge Menschen lernen dort derzeit naturwissenschaftliche oder technische Berufe — auch innerhalb dualer Studiengänge in Kooperation mit der Hochschule Niederrhein. Derzeit modernisiert der Chemiepark-Betreiber Currenta das Technische Ausbildungszentrum. Die neuen Räumlichkeiten der Elektroausbildung wurden bereits vor einem Jahr eingeweiht, das gesamte Großprojekt mit einem Investitionsvolumen von 3,7 Millionen Euro, soll in diesem Jahr abgeschlossen werden. Dann werden auch die Chemikanten und Industriemechaniker in neuen Werkstätten ausgebildet. „Eine moderne und qualitativ hochwertige Ausbildung neuer Mitarbeiter spielt für alle Unternehmen am Standort eine große Rolle“, betont Friedrich.

Christian Lumpe, Lanxess

Der größte Arbeitgeber im Uerdinger Werk ist Lanxess mit knapp 1800 Mitarbeitern. Lanxess produziert am Rhein seit einem halben Jahrhundert Keton-Alkohol-Öl aus der am Ende Kunststoffe entstehen, die unter anderem in der Autoindustrie zum Einsatz kommen: Diese helfen etwa dabei, Metalle in Fahrzeugen durch Kunststofflösungen zu ersetzen — und Gewicht einzusparen. Im vergangenen Sommer produzierte Lanxess in Uerdingen die fünfmillionste Tonne seiner Kunststoffe seit Inbetriebnahme — und die Produktion soll weiter wachsen. Im vergangenen Jahr investierte das Unternehmen mit 74 Standorten weltweit deshalb sieben Millionen Euro für den Ausbau seiner Kapazitäten in Uerdingen.

2018 soll diese Summe um ein Vielfaches übertreffen: In diesem Jahr plane Lanxess mehr als 70 Millionen Euro in den Standort zu investieren, erklärt Christian Lumpe, Leiter der Kautschuk-Additive im Geschäftsbereich Rhein Chemie, der für das Jahresgespräch aus Mannheim angereist war. Im Mittelpunkt der Investitionen sollen die Verbesserung von Technologien, Energieeffizienz und Umweltschutz. „Wir planen mit dem Standort Uerdingen als langfristiges Standbein für die Zukunft“, so Lumpe weiter. „Uerdingen ist und bleibt das Herz des Pigment- sowie des Kunststoffgeschäfts und einer der wichtigsten Lanxess-Standorte weltweit.“