CDU feiert ihren Kandidaten

CDU feiert ihren Kandidaten

Peter Vermeulen will als Oberbürgermeister entscheidungsfreudig, zuversichtlich und sparsam sein.

Krefeld. Peter Vermeulen ist überrascht: Gerade haben ihm alle 99 Delegierten des CDU-Kreisverbandes ihre Stimme gegeben. Und das, obwohl er nicht mit Kritik gespart hat. Damit ist er jetzt auch offiziell der CDU-Kandidat für die Oberbürgermeisterwahl am 13. September. Der 56-jährige Bockumer hatte auf eine breite Unterstützung gehofft: „97 Prozent hatte ich mir gewünscht.“

Samstagmorgen im König-Palast: Alles ist auf modernen Wahlkampf getrimmt. Die Farbe Orange dominiert, neue Medien lösen alte Parteitagsrituale ab. Der Parteivorsitzende Marc Blondin wickelt zwar die Formalien ab, aber die Moderation hat man Krefelds Ausnahme-Schwimmerin Anne Poleska-Urban übertragen.

Im Foyer steht das Wahlkampfmobil mit Konterfei und Slogan des Kandidaten mit dem Kennzeichen KR-OB 2015 parat. Als erstes werden zwei Pinguine-Aufkleber angebracht, denn Sponsor des Elektro-Autos ist die Firma Borgmann, die auch den Eishockeyclub unterstützt. Nicht nur mit der Ortswahl will die CDU deutlich machen: Wir setzen uns für den Eishockeystandort ein.

Wie genau man die Situation in Krefeld beobachtet, zeigt der Auftritt von Landes-CDU-Chef Armin Laschet. Er spricht von einer Schlüsselwahl. Es gehe darum, dass die CDU auch in Zukunft das Gesicht der Stadt stelle. Zu viele Großstädte haben die Christdemokraten in jüngster Zeit verloren.

Vermeulen berichtet in seiner Bewerbungsrede zunächst über seinen persönlichen Weg, seine Wirtschafts- und Verwaltungserfahrung. Seine Frau, zwei seiner drei Kinder und sein Vater sind an diesem Morgen mit in den König-Palast gekommen.

Sein roter Faden: Er sei immer da tätig geworden, wenn irgendwo kein Geld mehr da war. Sein Ziel: der Haushaltsausgleich in Krefeld - „und zwar schnell“. Dafür müsse man in Verwaltung und Politik Gemeinsamkeiten finden. „Auch unternehmerisches Denken hilft!“

In seiner Heimatstadt fehlen ihm Zuversicht und Vertrauen, man solle nach vorne schauen, nicht schwarz sehen, wie der ehemalige Fraktionsvorsitzende bezüglich des Eishockeystandortes. Und Vertrauen in die jüngere Generation haben.

Den Haushaltsausgleich schaffe man nicht gegen die Bürger. Sie sollen Verantwortung übernehmen. Eine Vollkasko-Gesellschaft sei nicht mehr zu bezahlen. Dafür müsse man mit den Bürgern reden und ehrenamtliche Initiative fördern.

Der OB-Kandidat kritisiert die Verwaltung unter Oberbürgermeister Gregor Kathstede (CDU), dessen Nachfolge er antreten will. Man müsse Entscheidungen treffen, alles andere sorge für Unsicherheit, sagt er mit Blick auf die unglücklichen Verhandlungen über Tierheim und König-Palast: „Ich werde Geschäfte der laufenden Verwaltung so anpacken, dass in der Zeitung steht, dass es geht.“ Jetzt hat er bis zum 13. September Zeit, den Krefeldern zu beweisen, dass er das kann.