Casablanca: Hoffnung auf ein Happy End

Casablanca: Hoffnung auf ein Happy End

„Das Kino ist überlebensfähig“, sagt der Unternehmensberater. Schon am 18. Dezember eröffnet ein Nachtcafé.

Krefeld. Das Happy End ist noch in weiter Ferne. Und doch beschleicht den Zuschauer das hoffnungsvolle Gefühl, dass die Geschichte des letzten Krefelder Programmkinos Casablanca gut ausgehen könnte. Rasant vollzieht sich derzeit eine Wende zum Guten: Licht im dunklen Tunnel gehört ja seit eh und je zu den filmreifen Wundern.

"Das Casablanca ist definitiv überlebensfähig - auch ohne den großen Saal", sagt Thomas van der Heuysen. Der freie Unternehmensberater, der sonst mittelständische Unternehmen durchleuchtet, hat die Finanzstruktur des Kinos ausgiebig geprüft, zuletzt in einem fünfstündigen Gespräch mit Betreiber Jürgen Bourdoux am Mittwoch. Ergebnis: "Es ist genug Masse da." Doch die Kosten müssen sinken, und auch an den Einnahmen lässt sich drehen.

"Kein Kino verdient heute noch viel an den Tickets", betont van der Heuysen. Wichtiger seien die Gewinne aus dem Verkauf von Speisen und Getränken. " In diesem Punkt macht das Casablanca zu wenig aus seinen Möglichkeiten. Das Kino lädt nicht gerade zum Verweilen ein." Deshalb soll das Foyer umgestaltet werden, die Pläne will Innenarchitektin Dagmar Neue nächste Woche vorstellen.

Noch konkreter ist die Idee für ein Nachtcafé in der Rotunde vor dem geschlossenen großen Saal. "Wir bauen dort nächste Woche eine Bühne und eine mobile Theke auf", erklärt Joachim Watzlawik, der sich ebenfalls für das Casablanca engagiert. Ab 18. Dezember sollen freitags Unplugged-Konzerte und Lesungen in dem Raum stattfinden, der mit alten Filmpostern geschmückt wird. "Wir dürfen nicht lange fackeln, sondern müssen Aktionen organisieren", sagt Watzlawik. "Es muss Leben entstehen."

Gleiches gilt für den Kinobetrieb. "Den großen Saal zu reaktivieren, ist Utopie und Luxus", stellt Thomas van der Heuysen klar. "Man muss erst mal zeigen, dass man mit dem kleinen Erfolg hat." Nur dann seien Fördergelder für den großen Saal realistisch.

Neuerdings denkt der Berater jedoch in eine andere Richtung: "Wir überlegen, zunächst einen weiteren kleinen Saal einzurichten." So könnte auf der Empore des großen Saals ein Schachtelkino entstehen. Mehr Filmauswahl und mehr Besucher wären die Folge. Wichtiger als solche Pläne ist jedoch die akute Hilfe: "Einfach mal hingehen, Karte kaufen und eine Cola dazu", rät van der Heuysen den Krefeldern. "Das ist der beste Weg, das Casablanca zu unterstützen."

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