Café Lilou in Krefeld ist nach einem Jahr wieder zu

Lokal am Ostwall : Café Lilou in Krefeld ist nach einem Jahr wieder zu

Der Betreiber des Krefelder „Café Lilou“, Erkan Aydin, hatte sich „von der Lage mehr erhofft“ und „zog die Reißleine“. Am Dienstag räumte er die letzte Auslage aus seinem Lokal am Ostwall.

„Lilou To go“ steht noch auf einer Schiefertafel neben den Fenstern des „Café Lilou“ am Ostwall 158. Doch die Panini und den Kaffee für unterwegs gibt es nicht mehr. Alles ist ausgeräumt. Nur noch zwei Tische stehen im Gastraum und ein paar zusammengeklappte Sonnenschirme liegen auf dem Boden.

Der Betreiber des Lilou, Erkan Aydin, hat am Dienstag die letzte Einrichtung aus seinem Lokal geräumt. Fast genau ein Jahr nach der Eröffnung seiner Mischung aus Restaurant, Bar und Café hat der Bochumer eingepackt.

„Ich musste die Reißleine ziehen“, sagt der 44-Jährige. „Ein Laden wie dieser braucht normalerweise ein Jahr, um genug Stammpublikum, Neukunden und Laufkundschaft zu finden.“ Bei 25 000 bis 40 000 Pendlern, die täglich an der Ostwall-Haltstelle gegenüber vom Café umsteigen, hätte ihm „ein Prozent gereicht, das nur einen Artikel kauft“. Das sei aber nicht gelungen. „Ich hatte mir viel von der Lage versprochen“, sagt Aydin, „aber die Lage täuscht.“

Das Problem sei auch gewesen, dass er die Stadt Krefeld nicht kannte. Er habe „die falsche Hoffnung gehabt, dass die Mischung aus guter und gesunder Küche, also einer guten Currywurst mit Pommes auf der einen Seite und frischem Gemüse und selbstgemachter Limonade auf der anderen Seite läuft“. An der Stelle seien aber eher Ein-Euro-Burger gefragt.

Eine Musikreihe brachte neues Publikum, aber zu spät

Weil er „noch gehofft“ habe, habe er im Mai die Musikreihe in Kooperation mit Joachim Watzlawik, dem ehemaligen Kulturbeauftragten der Friedenskirche, gestartet. Der erste Termin mit Musiker Ralf Kuentges sei super gelaufen. Rund 50 Zuhörer kamen zum Konzert. Aydin bereut, „nicht früher damit angefangen zu haben, das waren neue Leute, die noch nie bei uns waren, Multiplikatoren“. Die endgültige Entscheidung sei durch das Gerüst gefallen, das für Arbeiten am Haus aufgebaut wurde. „So etwas ist eine natürliche Hemmschwelle. Da wollte niemand gerne drunter sitzen. Das hat man gemerkt.“

Der gelernte Hotelfachmann will nun in seiner Heimatstadt Bochum den Ausbau einer Eventlocation vorantreiben, die er schon seit einigen Monaten plant. In den Räumen seiner ehemaligen Disko „Apartment 45“ soll die „Nachtterrasse“ entstehen.

Mehr von Westdeutsche Zeitung