Café im KWM schließt überraschend

Café im KWM schließt überraschend

Für Stadt und die Museumsleiterin Katia Baudin kam diese Entscheidung des Pächters überraschend. Gründe nannte er bisher nicht.

Krefeld. Die Gastronomie im Kaiser-Wilhelm-Museum (KWM) ist seit Montag geschlossen. Für Stadt und die Museumsleiterin Katia Baudin kam diese Entscheidung des Pächters überraschend. Gegenüber der Verwaltung als Vermieter habe der Gastronom seine Entscheidung am gestrigen Vormittag „mündlich mitgeteilt, aber nicht weiter begründet“. Die Nachricht habe die Museumsleitung und die Stadt „unvorbereitet getroffen“. Zumal für die kommende Woche zwischen dem Gastronomen und den städtischen Geschäftsbereichen Gebäudemanagement und Kultur ein Termin vereinbart gewesen war, um die vertragliche Zukunft des Museumscafés zu besprechen. Die Stadt bemühe sich nun, „eine Zwischenlösung für den Cafébetrieb zu finden“.

„Keld“ hatte der Betreiber Keld Matthiesen seine Gastronomie vor knapp anderthalb Jahren getauft. Der Linner, der mit Architektin Ursula Giebels verheiratet ist, stammt ursprünglich aus Dänemark und lebt seit 25 Jahren in Deutschland. Gastronomisch hat er viel Erfahrung — der Koch hatte in einer Fünf-Sterne-Hotellerie gelernt und unter anderem in seiner Heimat, in Dresden, auf der Prominenteninsel Sylt und im Breidenbacher Hof in Düsseldorf gearbeitet. Zusätzlich hatte Matthiesen Betriebswirtschaft studiert.

Der Stadtrat hatte sich im Mai 2016 für den ehemaligen Inhaber des Winkmannshofs als Pächter entschieden. Fünf Bewerber hatte es ursprünglich gegeben. Zwei zogen sich nach Besichtigung der Räume zurück, zwei hatten keine Berufserfahrung und kamen nicht in Frage. Der Pächter sollte, so die damalige Entscheidung, den Gastraum, die Küche und weitere Bereiche selbst einrichten. Die Kosten wurden auf 80.000 Euro geschätzt.

Im KWM stand Matthiesen nach der Eröffnung Mitte des vergangenen Jahres selbst hinter dem Herd, um die Gerichte für das Bistro — das ab 10 Uhr mit dem Frühstück seinen Betrieb startete — zuzubereiten. Im Frühjahr hatte er noch in der WZ über den Spaß bei der Arbeit gesprochen und gesagt: „Es ist ein sehr schönes Museum, das verpflichtet.“

Museumsleiterin Katia Baudin hatte ihn damals gelobt: „Wir freuen uns sehr, mit Keld Matthiesen einen kreativen und experimentierfreudigen Gastronomen im Kaiser-Wilhelm-Museum zu haben, der das Museumserlebnis unserer Besucher sinnlich noch erweitert.“ In den hellen Räumen der Gastronomie waren in den vergangenen Monaten unter anderem auch museumspädagogische Vorträge oder zu „Kunst-Impulsen“ musikalische und leibliche Programmergänzungen angeboten worden.

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