Bundespräsident Steinmeier spaziert durch den niederrheinischen Regen

Präsidenten-Besuch : Steinmeier spaziert durch den niederrheinischen Regen

Der Präsident lief vom Rathaus bis zur Alten Samtweberei — gelegentlich unterbrochen von Fotowünschen.

Die häufigste Frage am Vormittag des Präsidenten-Besuchs lautete „Macht er das wirklich?“. Ja, macht er. Er macht tatsächlich einen Spaziergang quer durch Krefeld – und das trotz des niederrheinischen Nieselregens und Temperaturen nahe dem Gefrierpunkt. Unterm dunklen Schirm, mit seiner Frau Elke Büdenbender, Oberbürgermeister Frank Meyer und einigen Personenschützern an der Seite legte Frank-Walter Steinmeier den Weg zwischen Rathaus und der Alten Samtweberei zu Fuß zurück.

Der Spaziergang hatte zwei Zwecke: Der Präsident wollte sich einen Eindruck vom Alltag in der Stadt machen, über deren Strukturwandel er gut im Bilde war, und er wollte seinen Worten auch Taten folgen lassen, dass Politiker auf die Menschen zugehen müssen. Und so lief er nach dem ersten Termin direkt zu den Krefeldern, die ihn mit Applaus vor dem Rathaus begrüßt und anschließend eine gute Stunde auf dem Von-der-Leyen-Platz gewartet hatten, um sich mit dem Paar fotografieren zu lassen.

Szenen wie diese gab es unterwegs immer mal wieder: Menschen kamen vor ihre Häuser oder Läden, schauten sich den Tross der Schirme und den weißhaarigen Mann in dessen Zentrum an, winkten oder riefen ihm etwas zu. Der schönste Moment ergab sich kurz vor Schluss an der Tannenstraße. Dort stand eine Mutter mit ihrem kleinen Kind am Fenster, das den Präsidenten ebenso neugierig wie unbeeindruckt ansah.

Die Route, die Steinmeier und seine Begleiter nahmen, war bewusst nicht die landschaftlich schönste Strecke. Sie zeigte Krefeld in vielen seiner Facetten vom Leerstand in der Innenstadt bis zum Kaiser-Wilhelm-Museum am Westwall.

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