Bürgerverein wünscht sich Parkkonzept für Bockums Mitte

Illegales Parken : Parken im Park ärgert Bockumer

Bürgerverein fordert, dass Zufahrt zu Haus Neuenhofen nicht als Parkplatz genutzt wird.

. Haus Neuenhofen neben dem Burchartzhof in Bockum ist mit seiner weißen imposanten Fassade und dem mittigen Turm gut von der Uerdinger Straße aus zu sehen. Sein großzügiger Park ist heute ein Gartendenkmal, die Zufahrt durchschneidet die Fläche in zwei Hälften. Immer häufiger ist die asphaltierte Fläche zu beiden Seiten zugeparkt. Das ärgert den Bürgerverein Bockum. „Die Zufahrt ist Bestandteil des Gartendenkmals um das historische Gebäude und darf nicht als Parkplatz genutzt werden“, sagt Geschäftsführer Jörg Ludewig. In einem Schreiben an die Verwaltung beanstandet der Verein das illegale Parken und fordert von der Stadt Abhilfe.

Einzelhandel wünscht sich
weitere Stellflächen für Kunden

„Das Haus Neuenhofen ist Visitenkarte für all diejenigen, die über die Essener Straße nach Bockum fahren“, betont Ludewig. Zu den normalen Geschäftszeiten sei die Zufahrt aber immer häufiger zugeparkt. Sich eingrabende Reifenspuren im weichen Untergrund zeugen davon. „Die Menschen fahren doch auch nicht mit ihrem Wagen in den Kaiserpark und stellen ihn dort ab“, sagt Manfred Läckes, Vorstandsvorsitzender und CDU-Mitglied in der Bezirksvertretung Ost. In einem Schreiben hat sich der Bürgerverein deshalb an die Stadtverwaltung gewandt.

Als Grund für dieses rücksichtslose Parken haben Läckes und Ludewig die Parksituation in Bockums Mitte ausgemacht. Viele der dort ansässigen Händler stöhnten darüber, dass die Kunden kaum geeignete Parkplätze fänden. Deshalb halten sie es neben einer Abpollerung der Zufahrt zu Haus Neuenhofen oder Anlage eines offiziellen, befestigten Parkstreifens für zwingend notwendig, ein Parkraumkonzept für die Einzelhändler in Bockums Zentrum zu erstellen.

„Durch die Schaffung neuer Parkplätze würden vor allen die Einzelhändler vor Ort profitieren, die durch eine gesicherte Erreichbarkeit ihren Umsatz stabilisieren könnten. Der Verweis auf Parkmöglichkeiten auf dem Schützenplatz und am Badezentrum hilft nicht weiter, da die Kunden einen Parkplatz in der Nähe der Geschäfte erwarten. Die Möglichkeit der Nutzung der Parkplätze vor der Gertrudiskirche sind sehr stark eingeschränkt worden“, erklärt Ludeweg.

Ein Nachfrage bei der Stadt erzeugt zunächst fragende Gesichter beim Fachbereich Ordnung. „Das Problem ist uns bislang nicht bekannt“, sagt Norbert Görtz-Gorr. Auch von einem Schreiben an die Verwaltung weiß er nichts und verweist auf den zuständigen Fachbereich Umwelt und Verbraucherschutz. Dessen Leiter, Bernhard Plenker, meldet sich kurze Zeit später telefonisch bei der WZ und verabredet einen Besichtigungstermin vor Ort. Zu dem wird auch Manfred Läckes kurzerhand eingeladen. Doch der kann aus beruflichen Gründen nicht.

Stadt sichert zu, die
Angelegenheit zu klären

An diesem Nachmittag um 3 Uhr parken auf der Zufahrt nur vier Autos. „Untypisch“, sagt Ludewig später. Die Feuerwehrzufahrt ist frei. Ein wichtiges Kriterium für Plenker. Er sichert zu, die Angelegenheit zu klären und zunächst einzuholen, wie die Besitzverhältnisse und die vertragliche Nutzung der Zuwege für den neuen Eigentümer und die dortigen Mieter geregelt sind. Dazu zählen eine Anwaltskanzlei, eine physiotherapeutische Praxis und ein Zustelldienst.

Das unter Denkmalschutz stehende Gebäude stammt aus dem Jahr 1830. Es geht auf eine Wasserburg aus dem 13. Jahrhundert zurück. Von der mittelalterlichen Festung sind nur Keller- und Grundmauern geblieben. Darauf baute der Krefelder Seidenbaron und Bürgermeister Gottschalk Floh 1825 bis 1830 Haus Neuenhofen. 1927 kaufte es die Stadt. 1939 eröffnete sie darin eine Jugendherberge, die bis 1973 in Betrieb war. Vorübergehend war dort auch das Deutsche Rote Kreuz untergebracht, das später in den Burchartzhof umzog. 1997 verkaufte die Stadt das Gebäude an einen privaten Investor. 1999 wurde es von Grund auf saniert. Im vergangenen Jahr wurde es erneut verkauft. Angeboten worden ist das Gebäude mitsamt des 3300 Quadratmeter großen Geländes für 1,4 Millionen Euro. Der öffentlich zugängliche Park gehört weiterhin der Stadt. Ob die Zufahrt auch oder nur in Teilen, das ist noch unklar.

Der Bürgerverein wartet nun zunächst die Antwort der Stadtverwaltung ab und will das Thema Parken in Bockum weiter voranbringen.

Mehr von Westdeutsche Zeitung