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Bürgerliche Selbsthilfe geehrt

Bürgerliche Selbsthilfe geehrt

Vier Persönlichkeiten sind für ihren Einsatz und ihre Hilfsbereitschaft von der Stadt ausgezeichnet worden.

Krefeld. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt: eine Blumenwiese für Bienen und andere Insekten, ein rundum erneuerter Bismarckplatz, ein Café für Menschen mit Handicap und ein Besuchs- und Begleitservice für ältere einsame Menschen. Für dieses Engagement der „Bürgerlichen Selbsthilfe“ ehrte Oberbürgermeister Gregor Kathstede im historischen Saal des Rathauses die Preisträger mit Urkunden, Schecks und Blumen.

Kathstede bedauerte, dass die Jury unter den vielen guten Vorschlägen nur vier herausragende Beispiele für Hilfsbereitschaft berücksichtigen konnte und dankte ausdrücklich auch allen anderen Bürgerinitiativen. Joachim Dönitz habe als Vorsitzender des Imkervereins am Von-Beckerath-Platz auf 1200 Quadratmetern eine Blumenwiese mit 40 verschiedenen Wiesenpflanzen erblühen lassen — zur Sicherung des Lebensraumes bedrohter Insekten und bei dauerhafter Pflege der Wiese.

„Das ist eine Augenweide auch für uns Bürger“, sagte der Initiator, und machte angesichts aussterbender Insekten am Beispiel der Bienen deutlich, wie sehr diese nur als soziale Gesamtlebewesen existierenden Völker menschlicher Hilfe bedürfen. Er dankte den Sponsoren und will das Preisgeld von 1000 Euro in dieses und andere Projekte investieren, für die er noch Mitstreiter sucht.

Unterstützung hatte Dönitz auch von Carla Kaiser, der Vorsitzenden der Bürgergemeinschaft Bismarckplatz, und von deren Mitgliedern erfahren. Kathstede stellte das Engagement der engagierten Frau und ihrer Gemeinschaft heraus, die in Eigenregie weite Teile des Bismarckplatzes neu gestaltet haben. Der jetzt attraktive Ort für Begegnungen aller Generationen sei trotz leerer Stadtkassen entstanden, weil Kaiser als Motor und Herz der Initiative einen langen Atem bewiesen habe.

Drei Damen des „Aktionskreises Miteinander“ aus Fischeln nahmen den Preis für ihr Engagement für das „Besondere Sonntagscafé“ entgegen: Mechthild und Angela Keppler sowie Jeanette Merkel. Sie erfreuen als Menschen mit Behinderung andere mit und ohne Handicap nicht nur mit Kaffee und Kuchen, sondern organisieren Spielnachmittage, Mundartvorträge und andere unterhaltsamen Aktionen für die vielen Stammgäste.

Um die Förderung zwischenmenschlicher Kontakte geht es auch der fast 76-jährigen Karin Nitschke vom Malteser-Besuchs- und -Begleitservice „Abendsonne“. Sie hat die Initiative gegründet, damit ältere einsame Menschen Kontakte finden und auch Sorgen teilen können. Das Motto: „Alt muss nicht gleich einsam sein.“ Gemeinsam werden Spaziergänge und Ausflüge in den Zoo unternommen — mit dem Ziel, Lebensmut und Lebensfreude zu vermitteln. „Diese Aufgabe hat mein Leben sehr bereichert“, so Nitschke.