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Bürgerinitiative will Kasernengelände aufforsten

Bauen : Bäume statt Häuser in alter Kaserne

Bürgerinitiave wirbt für Aufforstung des alten Militärgeländes in Forstwald. Neuer Bericht erschienen.

Historie, Politik, Ökologie und Lebensqualität, Technik und Wirtschaft. Auf 52 Seiten haben Hans Josef Ruhland, Günther Porst und Jürgen Reck zu all diesen Unterpunkten einen Fakten-Check für das Kasernengelände in Forstwald vorgelegt, in dem das Trio zu einem Schluss kommt: „Das rund 1000 Quadratmeter große Gelände im Herzen des Forstwalds muss aufgeforstet werden.“ Die Stadt hegt bekanntlich andere Pläne, will auf dem Gelände gemäß Flächennutzungsplan rund 60 Wohneinheiten entstehen lassen. Konkrete Pläne gibt es aber laut Stadtverwaltung noch nicht.

Die Autoren des Fakten-Checks kritsieren, dass die Bürger über die Zukunft des Geländes im Unklaren gelassen würden. „Mit unserem Heft wollen wir aufzeigen, welchen historischen Wert dieser Wald hat, welche ökologischen Vorteile der als Erholungsgebiet genutzte Forstwald besitzt und daran erinnern, dass es durchaus bereits Pläne gibt, in denen eine Aufforstung des Gebiets beschlossen wurde“, berichtet Reck.

"Krefeld hautnah" in der Villa K

Die Natur soll sich
das Gelände zurückholen

Krefeld sei eine der waldärmsten Städte Deutschlands, die es sich nicht leisten könne, durch Bebauung eine der wenigen zusammenhängenden Waldflächen zu reduzieren. „Wir verstehen uns nicht als Gegner der Bebauung, sprechen uns aber ganz klar für eine Aufforstung aus“, sagt Ruhland.

Die Autoren erklären in ihrer Ausarbeitung zur Aufforstung des Forstwalds, dass in der Zeit von 2002 bis 2012 zwischen den Mitgliedern des Rates und der Verwaltung noch Konsens über eine Aufforstung der Fläche bestanden hätte. Dies sei im Forstwald-Konzept (2005/2006) auch festgehalten worden. Im Flächennutzungsplan charakterisiert die Stadt den Bereich als Gelände mit geringer ökologischer Empfindlichkeit aufgrund der ehemaligen militärischen Nutzung. „Uns wurde auch gesagt, dass die Aufforstung durch das Abräumen des Geländes sehr teuer werden würde. Das sind aber alles Schätzungen, geprüfte Zahlen dazu gibt es nicht“, sagt Ruhland. „Uns wurde aber beispielsweise vom Naturschutzbund zugesichert, dass man zwar die Gebäude auf dem Gelände abreißen und dann entsorgen müsste, die versiegelten Böden aber einfach aufgerissen werden könnten, bevor die Sukzession einsetzen könnte.“ Diese Entwicklung von Pflanzen-, Tier- und Pilzgesellschaften könne vom Stadtförster oder Grünflächenamt begleitet werden. „Es klappt ja jetzt schon. Dort, wo vor anderthalb Jahren noch Flüchtlingsunterkünfte standen, sind die Bäume jetzt schon bis zu zwei Meter hoch“, sagt Ruhland.

Die WZ diskutiert das Thema
am Dienstag in der Villa K

Die Autoren sind gespannt darauf, welche Aussagen von der Stadt bei der Diskussionsrunde „Krefeld hautnah“ am Dienstag, 20. November, in der Villa K zu dem Thema getroffen werden. Fragen hätten sie genug an Karl Werner Böttges vom Planungsamt. „Uns interessiert vor allem, wie der aktuelle Stand der Planungen ist.“ Zum Hintergrund: Die Stadt wartet nach eigenen Angaben noch auf eine Auskunft der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, die Besitzer des Grundstücks ist, zu einem Kaufpreis.