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Bürger von Krefeld-Traar müssen auf neuen Nahversorger länger warten

Einkaufen : Traarer müssen weiter auf neuen Nahversorger warten

Der OB hat ein Machtwort gesprochen und die Vorlage der Verwaltung zurückgezogen. Die präzisiert die Ausschreibung nun um Klimaschutz, Ökologisches Bauen und ein hochwertiges Betreiberkonzept.

Alles wieder auf Anfang: Die Ausschreibung zur Errichtung eines Supermarkts am Festplatz Traar wird erneut durchgeführt. Damit rückt der bereits zum Greifen nahe Bau des seit Jahren geplanten Nahversorgers wieder in weite Ferne. Die erste, vor zwei Jahre beschlossene Ausschreibung sowie die eingegangenen drei konkreten Angebote im vergangenen Dezember sind damit aufgehoben. Eigentlich sollte im vergangenen August der von der Verwaltung präferierte Siegerentwurf von der Politik im Hauptausschuss den Zuschlag kriegen. So weit kam es nicht.

„Die Verwaltung bereitet zurzeit ein modifiziertes (neues) Bieterverfahren unter Einbeziehung eines erweiterten Anforderungsprofils vor. Dazu ist eine politische Beteiligung notwendig“, lautet die knappe Auskunft dazu vom Presseamt. Da der Punkt Nahversorger in einer nicht öffentlichen Sitzung behandelt wurde, ist diese Form nicht ungewöhnlich.

Der Oberbürgermeister soll in der Angelegenheit ein Machtwort gesprochen haben. Nicht zuletzt deshalb, weil ein unterlegener Krefelder Anbieter den Einzelhandelsverband Krefeld-Kreis Viersen gebeten hatte, als unabhängige Instanz sein eigenes Konzept und das des Favoriten aufgrund der Ausschreibung zu vergleichen und zu prüfen. Der von der Verwaltung favorisierte Investor wollte den Nahversorger bauen und ihn anschließend an einen Betreiber verkaufen.

Der Krefelder hingegen wollte das 8000 Quadratmeter große städtische Grundstück kaufen, darauf bauen und den Markt selber auch betreiben. Auch hatte er die Vorgaben für Städtebau und Freiraumgestaltung nach Vorgaben des Bieterverfahrens erfüllt. Letztendlich um ein mögliches Klageverfahren zu verhindern, wird die Stadtverwaltung nun die Ausschreibung an einigen Punkten präzisieren.

Eine jahrelange Diskussion um den Standort des Nahversorgers ist dem vorausgegangen. Auch wenn die CDU lange nicht mit dem Standort am Festplatz einverstanden war, sprach sie sich für einen neuen größeren Supermarkt in Traar aus. SPD, Grüne und FDP hatten dem notwendigen Bebauungsplan Nr. 721 als „Sondergebiet Nahversorger“ zugestimmt. Ebenso wie die Schützen, nachdem ihnen zugesichert wurde, dass sie ihren Festplatz behalten werden.

Gutachten im Vorfeld hatten den Bedarf für einen Vollsortimenter in Traar bestätigt und keinen Widerspruch zum Zentrenkonzept der Stadt gesehen. Der seit Jahren an der Moerser Landstraße ansässige Supermarkt sei für die Bedürfnisse der Bürger inzwischen zu klein. Viele fahren deshalb seit Jahren Kapellen. Das werden sie nun mindestens zwei Jahre länger tun müssen.