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Burg Linn: British Flair: Gummistiefel-Weitwurf und eine gute Tasse Tee

Burg Linn : British Flair: Gummistiefel-Weitwurf und eine gute Tasse Tee

Knapp 100 Händler bieten bei der Messe British Flair noch bis Sonntag rund um Burg Linn ein breites Angebot.

Krefeld. Wenn der englische Lord am Wochenende von der Hektik der City relaxen will, begibt er sich auf seinen Landsitz, geht in den Garten oder setzt sich an den Kamin. Währenddessen übt sich der Butler im Gummistiefel-Weitwurf oder bereitet eine Tasse Tee zu. Wer die feine englische Art nachempfinden will, kann an diesem Wochenende (10 bis 18 Uhr) zur Burg Linn fahren. Dort steht es den Besuchern frei, selbst Hand an die Stiefel zu legen oder sich umzusehen, was es Neues für Haus und Garten gibt. Spezialitäten für den Gaumen stehen zum Probieren und Kaufen bereit.

Die Initiatoren von British Flair haben knapp 100 Händler mit einem breiten Angebot auf den Wiesen versammelt. Dudelsackspieler Ken McKinney stimmt die ersten Besucher mit „Scotland the brave“, der Nationalhymne, ein.

Zugegeben: Die Lust, dicke Wollpullis zu kaufen, ist bei hochsommerlichen Temperaturen kaum vorhanden. Doch Mike Malone ist an seinem Stand „Out of Ireland“ zuversichtlich: „Der Herbst mit seinen niedrigen Temperaturen kommt schon noch.“ Und wirklich, die Besucher informieren sich über die Strickwaren, die mit Cashmere oder Seide verarbeitet wurden. Malone: „Handgefertigte Land-Kappen aus Schafwolle gehören zum klassischen Outfit dazu.“

Wenig weiter grasen zwei Alpakas im Schatten. Nebenan werden ihre Wollprodukte angeboten. Marina Kemmerlings kann sich nicht sattsehen. Die Krefelderin wird regelmäßig von Fernweh gepackt, wenn sie nur an die Insel denkt. „Mich reizt das besondere britische Flair“, begründet sie den Besuch der Landmesse. „Wenn ich die Dudelsackmusik am Eingang höre, bekomme ich schon Gänsehaut. Am liebsten möchte ich das Instrument selber spielen können. Gleich sitze ich an der Bühne und sauge das Programm nahezu auf.“

Derweil beginnt das Training für den Gummistiefel-Weitwurf. „Die Besucher können die ganze Zeit üben“, erklärt Projektleiterin Anna Regine Grap-Schwarz vom Veranstalter. „Samstag und Sonntag findet dann jeweils ein Wettbewerb statt.“

Dann geht es zu den Leckereien aus dem Vereinigten Königreich. Am Stand mitten auf der Wiese kommt keiner vorbei. Dort gibt es große Stücke Fudge, die zum Reinbeißen einladen. Fudge ist eine cremige, halbweiche Süßigkeit, ähnlich wie Toffee. Sie wird mit wahren Mengen von Zucker oder Zuckersirup sowie Butter, Sahne und aromatisierenden Zutaten wie Nüssen oder Trockenobst hergestellt.

An diesem Stand von Mike Vernon gibt es auch englischen Tee. „Ich deutschen Supermärkten gibt es doch nur Touristen-Tee“, findet er. „Was dieses Getränk angeht, stehen die Deutschen 40 Jahre hinter uns zurück. Das ist lieb gemeint.“

Und wer am Abend am offenen Kamin seines Landhaussitzes bei leichtem Regen einen guten Whisky genießen will — auch der hat bei der „British Flair“ die Qual der Wahl. Der Regen kommt bestimmt.