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Brennende Treppe wird zur Falle

Brennende Treppe wird zur Falle

Zwölf Menschen und zwei Tiere sind bei dem Feuer an der Breite Straße eingeschlossen gewesen. Die Feuerwehr musste die Bewohner durch Fenster ins Freie retten. Ein WZ-Reporter war vor Ort und schildert seine Eindrücke.

Krefeld. Das Feuer an der Breite Straße hält Rettungskräfte und Anwohner am Donnerstagabend stundenlang in Atem. 28 Personen werden aus dem Brand-Haus gerettet, zwölf von ihnen sind eingesperrt, weil Flammen den Fluchtweg versperren. Eine Holztreppe brennt. Die Bewohner, die sich nicht selber retten können, warten an den Fenstern auf Hilfe. Die WZ ist vor Ort, als die Einsatzkräfte eintreffen.

Gegen 21.40 Uhr führt die Feuerwehr einen Mann aus dem Brandhaus an der Breite Straße. Der letzte Bewohner ist gerettet. Auch ein Hund und eine Katze sind in Sicherheit gebracht worden. Die Situation scheint vorerst unter Kontrolle. Doch Andreas Klos, designierter Feuerwehrchef, sagt vor Ort: „Eventuell sind noch mehr Menschen im Haus, auch der Dachstuhl muss noch gelöscht werden.“ Die Einsatzkräfte, die seit 40 Minuten gegen das Feuer in dem Mehrfamilienhaus in der Innenstadt kämpfen, sind weiter in höchster Alarmbereitschaft. Der Brand, der im Erdgeschoss ausbrach, greift auch auf das angrenzende Nachbarhaus über. Unter den Dachziegeln steigt Rauch auf.

Zur gleichen Zeit werden die vom Brand betroffenen Bewohner in 50 Meter Entfernung betreut. Ein Bus der Stadtwerke steht bereit. Drei Personen müssen notärztlich versorgt werden. Sie haben eine Rauchgasvergiftung. Andere haben sich in die Pizzeria von Gino Greco geflüchtet. Der Inhaber reicht den Menschen Getränke. „Die Leute waren total aufgelöst“, sagt er.

Gebannt beobachten die Anwohner, wie die Feuerwehr von einer Drehleiter aus versucht, die Dachstühle der Häuser zu löschen.

Weil das Wasser von oben auf das geschlossene Dach nicht ausreicht, um die Glutnester unter den Ziegeln abzulöschen, steigt ein Feuerwehrmann aufs Dach. Gesichert vom Korb der Drehleiter aus öffnet er eine Fensterluke und beginnt Ziegel zu entfernen. Von oben folgt der Wasserstrahl. Der Bereich vor dem Haus wird abgesperrt. Teile des Dachs könnten auf die Straße fallen und weitere Einsatzkräfte verletzten. Kurze Zeit später wird der marode Kamin einfach von dem Feuerwehrmann zur rückwärtigen Seite des Hauses gestürzt.

Ein Feuerwehrmann klettert während der Löscharbeiten auf das Dach des Hauses. Foto: Samla

Gegen 21.34 Uhr geht ein weiterer Alarm bei der Feuerwehr ein. Eine Anwohnerin meldet eine Rauchentwicklung in einer Wohnung an der Seidenstraße. Weil beide Wachen der Berufsfeuerwehr und die Freiwillige Feuerwehr Oppum an der Breite Straße im Einsatz sind, übernimmt der ehrenamtliche Löschzug aus Fischeln. Zum Glück stellen die Retter vor Ort fest, dass der Rauch von einem Grill stammt, der im Hof des Hauses steht.

Während die Löscharbeiten an der Breite Straße auf dem Dach weitergehen, trifft auch die Kriminalpolizei ein. Am Donnerstagabend kann sie nicht mehr viel machen. Das Objekt wird in den folgenden Tagen untersucht, die Brandursache ist unklar. „Das wird noch eine lange Nacht“, sagt Klos gegen 22.45 Uhr. Es wird sogar eine sehr lange Nacht. Bis in die Morgenstunden ist die Feuerwehr mit Restlöscharbeiten beschäftigt. Erst gegen 5.20 Uhr ziehen auch die letzten Rettungskräfte ab.

Die beiden Häuser sind durch den Brand unbewohnbar. An einem kleben zwei Siegel der Polizei. Der Zutritt ist verboten. Vor dem Gebäude liegt schwarzer Ruß. Am Freitagnachmittag inspiziert ein Brandsachverständiger den Tatort. Seine Ergebnisse wird die Polizei in den kommenden Tagen mitteilen.