1. NRW
  2. Krefeld

Breites Bündnis kritisiert Bebauungspläne für Brandt-Platz in Krefeld

Offener Brief an die Stadtverantwortlichen : Mehr Kritik an Plänen für Brandt-Platz

Statt der beiden Bürokomplexe werben die Unterzeichner für eine nachhaltige und gemeinwohlorientierte städtebauliche Planung mit Wohnen, Arbeiten, Gastronomie und Kultur.

Ein breites Bündnis aus Politik, Kultur und Gesellschaft hat in einem offenen Brief an die Stadt erneut Kritik an den Bebauungsplänen für den Willy-Brandt-Platz geübt. Wie berichtet, sollen dort zwei große Bürokomplexe entstehen, in denen das Jobcenter Krefeld und die Autobahn GmbH einziehen sollen. In dem Schreiben unter dem Titel „Mehr Demokratie wagen – warum wir mehr Baukultur am Willy-Brandt-Platz brauchen“ appellieren die Unterzeichner, darunter unter anderem Christoph Becker (Industriedenkmal historisches Klärwerk Krefeld e.V., Rheinische Industriekultur e.V.), Prof. Nicolas Beucker (Public and Social Design), Prof. Siegfried Gronert (Initiative Stadtkultur Krefeld), Michael Grosse (Theaterdirektor), Manfred Grünwald (Arbeitsgemeinschaft Krefelder Bürgervereine), Prof. Harald Hullmann (Initiative Stadtkultur Krefeld) und Claudia Schmidt (wirstadt.org), an die Stadt, für den Willy-Brandt-Platz eine nachhaltige und gemeinwohlorientierte städtebauliche Planung durchzuführen. Voraussetzung dafür sei ein integrativer Gestaltungsprozess, in dem Stadt und Planer, Bürger und Unternehmer „ein betriebsames und lebenswertes Stadtquartier entwickeln“. Bislang gebe es kein Leitbild und kein integriertes Stadtentwicklungskonzept für das Areal. Und das obwohl der Willy-Brandt-Platz der zukünftig wichtigste Knotenpunkt nachhaltiger Mobilität in der Stadt sein werde und durch seine Lage „in unmittelbarer Nähe zu stadtprägenden Denkmalen wie der Fabrik Heeder und der Brotfabrik sowie zwischen Innenstadt und Hochschulcampus eine herausgehobene Bedeutung“ inne habe. Ferner kritisieren die Unterzeichner die künftige Nutzung der Gebäude. Sie halten eine Mischnutzung aus Wohnen, Arbeiten, Gastronomie und Kultur wegen der Belebung des Stadtteils für sinnvoller. „Eine Bauplanung ohne Stadtentwicklungskonzept schafft unwiderrufliche Fakten, die eine den Bedürfnissen der Stadtgesellschaft entsprechende nachhaltige Entwicklung des Gebietes unmöglich machen“, heißt es weiter. Das Bündnis befürwortet es grundsätzlich, dass ein Investor die Fläche hinter dem Bahnhof entwickeln will, nimmt aber vor allem die Stadt in die Pflicht und fordert, dass der städtebauliche Wettbewerb für den Platz, der 2015 gestoppt wurde, wieder aufgenommen wird. Red