Botanischer Garten: Frost hat Schäden hinterlassen

Botanischer Garten: Frost hat Schäden hinterlassen

Rosmarin, Magnolien und Kamelien sind oft betroffen, heimische Pflanzen haben weniger Probleme.

Krefeld. Wenn jetzt die Sonne strahlt, beleuchtet sie auch die Schäden, die der Frost an Pflanzen hinterlassen hat. Braune und rissige Blätter, dunkle und geschlossene Blüten sind Hinweise auf Frostschäden. Gerade bei Kamelien und Magnolien können aufmerksame Spaziergänger im botanischen Garten dunkle Blätter entdecken.

Trotz des harten Winters mit minus 15 Grad: "Alles in allem halten sich die Schäden in Grenzen", bilanziert Birgit Loy, die Leiterin des botanischen Gartens. Bei den meisten Pflanzen heißt es nun abwarten und sich in Geduld üben. Denn wie stark das Gewächs geschädigt ist, zeigt sich erst etwas später im Jahr. Erste Anzeichen: "Beispielsweise hat unsere Wollmispel, die in Asien beheimatet ist, ein paar braune Blätter bekommen", sagt Loy.

Ob ganze Zweige geschädigt wurden, lässt sich erst nach einiger Zeit sagen. Gärtner sollten also nicht sofort nach der Gartenschere kramen. "Die Wollmispel und auch die immergrüne Magnolie werden die braunen Blätter einfach abwerfen, man braucht sie nicht zu beschneiden." Wenn zu viele Blätter betroffen sind, beschneidet man einige Zweige der Pflanzen - Magnolie und Wollmispel wachsen jedoch weiter und gehen nicht ein.

Anders bei einem Rosmarin-Strauch im botanischen Garten, der komplett gefroren war und deswegen entfernt werden musste. Der zweite sieht arg angeschlagen aus, wirft die Nadeln zu Boden. Doch auch bei der Pflanze aus Südeuropa wächst noch Grün. Loy: "Die braunen Zweige schneiden wir ab, die grünen bleiben dran. Dieser Strauch wird es überleben." Jeder "Fall" sei jedoch anders. Wie stark beschnitten werden müsse, solle man im Einzelfall entscheiden.

Bei blühenden Pflanzen kann man die Schäden besonders gut entdecken: Ehemals gefrorene Kamelien-Blüten bleiben geschlossen, fallen ab oder öffnen sich nicht richtig. Für sie und früh blühende Rhododendren calophytum wäre ein erneuter Wintereinbruch mit Frost schlecht. "Heimische Pflanzen wie Narzissen oder Osterglocken haben da weniger Probleme", erklärt Loy. "Sie sind frosthart, selbst wenn sie bereits aufgeblüht sind."

Damit es nur zu geringen oder gar keinen Frostschäden kommt, können Gartenbesitzer vorsorgen: Kübelpflanzen im Inneren überwintern lassen und einen geschützten Standort für Pflanzen wählen. Loy gibt jedoch zu bedenken: "Die Winter in unseren Breitengraden sind meistens mild, größere Schäden entstehen selten."

Mehr von Westdeutsche Zeitung