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Boden am Krefelder Joseph-Beuys-Platz ist jetzt schon schadhaft

Krefelder Stadtentwicklung : Joseph-Beuys-Platz: Ein Teil des neuen Pflasters muss getauscht werden

Der Joseph-Beuys-Platz soll, laut Stadt, trotz Mängeln im Zeitplan liegen und im September fertig werden. Eine Zwischenbilanz.

Ganz schön grau ist er geworden, der Vorplatz des Kaiser-Wilhelm-Museums. Der Joseph-Beuys-Platz – so heißt das Areal unmittelbar vor dem Museum – und Karlsplatz sind als Teil der Achse des Westwalls gewiss einer der bedeutendsten Plätze der Stadt. Und dieser wird derzeit umgestaltet, umgebaut oder je nach Sichtweise verändert. Und die Bauarbeiten sind aktuell noch voll im Gange, war auch stellenweise in den letzten Wochen der eine oder andere Fortschritt zu sehen. Man sollte nie über etwas urteilen, bevor es fertig ist und der Meister seine Hand von dem Werk genommen hat. Doch wenn immerhin 2,5 Millionen Euro Baukosten und eine beachtliche Bauzeit auf der Liste stehen, muss auch zwischenzeitlich Bilanz gezogen werden.

Große Teile des Platzes sind mit grauen Platten bedeckt

Läuft man als Passant am Joseph-Beuys-Platz vorbei, sind mehrere Dinge erkennbar. Große Teile des Platzes sind inzwischen mit den grauen, länglichen Bodenplatten bedeckt, es gibt aber auch noch viel Erdreich, also Bautätigkeit zu sehen. Aus Beton gefertigte, mit Holzsitzen versehene Bänke – immerhin mit unterschiedlichen Sitzhöhen, also kindgerecht – stehen zur Positionierung durch die zuständige Baufirma bereit. Einige haben offenbar schon ihren Bestimmungsort gefunden. Des Weiteren sind Spuren von Blumenbeeten erkennbar, ablesbar an weißen Umrandungen, die aber eher rar an der Zahl scheinen. Gut, die Pläne für den Platz sind bestens bekannt, Kritik an zu wenigen Bäumen, aus der Bürgerschaft oder der Politik (Grünen), wurde entsprechend geäußert. Auch aktuell sichtbar und grundsätzlich weniger erfreulich sind Unebenheiten, bei genauer Betrachtung an vielen Stellen des Platzes und auch an Bereichen, die offensichtlich dem Publikumsverkehr übergeben und fertig sind.

Der Platz soll pünktlich im September fertig werden

Diese Unebenheiten, genauer gesagt Höhenunterschiede der frisch verlegten Bodenplatten, kennt man sonst eher nur von sanierungsbedürftigen, älteren Straßenbelägen. Doch an dem Beuys- und Karlsplatz sind sie jetzt schon erkennbar. Grund genug, bei der Stadt nachzufragen, ob dieses Phänomen bekannt sei. Auf unsere Anfrage hin versichert Angelika Peters, dass der Kommunalbetrieb Krefeld tatsächlich von den Höhenunterschieden der Pflasterung wisse. „Der Mangel entsteht durch eine zu große Differenz in der Dicke der Platten“, heißt es wörtlich. Um diesen offensichtlichen Mangel zu beheben, sei das ausführende Unternehmen zunächst über den Mangel informiert worden. Dies habe bereits neue Platten bestellt. Der Austausch der Platten fände in den nächsten Wochen statt, erklärte man weiter. Derartige Stellen sind sowohl auf dem Josephy-Beuys-Platz als auch auf dem Karlsplatz, also sowohl vor als auch seitlich neben dem KWM auffindbar. Unregelmäßigkeiten zeigen sich sogar an Nahtstellen und Fugen bei den metallenen Zierleisten.

Für die Terminierung der Fertigstellung des Platzes habe dies allerdings keine schädliche Auswirkung. Kurz: die Stadt erklärt, man sei genau im Zeitplan. Der Platz soll im September – wie vorgesehen – fertig, übergeben und eingeweiht werden: „Der Einweihung im September steht nichts im Wege.“ Dieser Termin werde, so führt man weiter aus, rechtzeitig bekannt gegeben.

An den Bodenplatten am Joseph-Beuys-Platz zeigen sich Unebenheiten. Foto: Jochmann, Dirk (dj)

Sollte es aber trotz allem zu Verzögerungen kommen, so wäre dies für die Anwohner, die schon länger von Unannehmlichkeiten der Baustelle geplagt sind – auch hier berichtete unsere Zeitung – ein zusätzlicher Aufreger. Wie diese Unannehmlichkeiten aussehen können, konnten zuletzt nicht nur Besucher des KWMs berichten. Die bis vor Kurzem noch den Platz über einen staubig-erdigen Pfad unmittelbar an einer Hauswand umwandern mussten, wenn sie zufällig aus der falschen Richtung kamen. Sondern ganz existentiell auch die dort ansässigen Ladenbesitzer.

Zugang zu Karls Naturkost war durch Baustelle erschwert

Auch Teile der metallischen Zierleisten haben Höhenunterschiede. Foto: Jochmann, Dirk (dj)

Einen von ihnen, Rachid Khayil von „Karls Naturkost“ Bioladen, haben wir gefragt, vor allem, weil der Zugang zu seinem Laden nahezu durch Baustellenzäune blockiert scheint. Erst nach mehrmaligem Suchen fand, beispielsweise der Autor dieser Zeilen, den seitlich versteckten Zugangsweg zu den Lokalen auf der dem KWM vis-a-vis liegenden Seite. „Es war vorher noch chaotischer“, berichtet Khayil, und erinnert sich, dass es sogar fallweise Zustände auf der Baustelle gegeben haben soll, die sogar den Zugang zu seinem Laden ganz verstellten. Dies lässt sich indes jetzt nicht mehr nachprüfen. Doch seine Schilderungen von komplizierten Pfaden und vor allem von dem wochenlang offenen Pflaster – inzwischen beseitigt – sind glaubhaft. Letzteres war für alle öffentlich sichtbar.

Dann begegnet dem Autor, der sich einen ganz genauen Eindruck von dem Platz machen möchten, noch eine Passantin, die plötzlich auf der anderen Seite einer Absperrung steht und durchgehen möchte. Die Seniorin betont, zuvor sei sie hier noch durchgekommen, doch nun sei der Weg versperrt. Die Lage am Platz ändert sich stetig, ja dynamisch, könnte man fast formulieren.

Wie der Platz, wenn er dann fertig ist, tatsächlich funktionieren wird, vor allem auch als Bindeglied zwischen Museum, Stadt, Wall und Bürgern, nun das kann man erst wirklich sagen, wenn man ihn dann in „Funktion“ erlebt.