Bockum: Bypass wird im März geöffnet

Bockum: Bypass wird im März geöffnet

Nach dem parteiinternen Streit geht die CDU-Bezirksfraktion davon aus, dass der Ratsbeschluss umgesetzt wird.

Krefeld. Die Bezirksfraktion der CDU Ost wird sich nicht an der Initiative des Parteivorsitzenden Winfried Schittges beteiligen und bleibt bei der Zusage für die Öffnung des Bypasses. Das ist das Ergebnis eines interfraktionellen Gesprächs, das am Mittwoch Abend im Rathaus Bockum stattgefunden hat.

Schittges hatte vor zwei Wochen die Parteifreunde aufgefordert, den Beschluss, den Bypass zu öffnen, noch einmal zu überdenken. Dem Vernehmen nach hatten sowohl Spitzenkräfte aus dem Rathaus als auch Schittges versucht, einige Funktionsträger umzustimmen.

Letztlich waren diese Gespräche aber (bisher) nicht erfolgreich. Gregor Grosche, Sprecher der CDU in der Bezirksvertretung Ost, geht nicht davon aus, dass es eine neuerliche Diskussion und einen anderslautenden Beschluss in der Ratsfraktion geben wird.

Zu dem Gespräch, bei dem die Öffentlichkeit ausgeschlossen war, hatten Planungsdezernent Thomas Visser und die Leiterin des Grünflächenamts, Doris Törkel, eingeladen. Visser hatte mehr oder weniger emotionslos festgestellt, dass sich die Verwaltung an den Ratsbeschluss vom 17. Dezember halten wird. Intern plädiert die Verwaltung seit Jahren für die Einbeziehung der Abbiegespur in den Bockumer Platz, um mehr Gestaltungsspielräume zu haben.

Zum Zeitpunkt und den Kosten machte der Dezernent keine Aussagen. Noch einige Tage wird die Verwaltung abwarten, ob sich die Bezirksregierung melden wird. Die Grünen hatten die Behörde gebeten, den Fall zu prüfen. Die am Mittwoch anwesenden Juristen, Klaus Kokol (SPD) und Joachim C. Heitmann (FDP), sowie die Verwaltung hatten der Initiative kaum Chancen eingeräumt. Sollte sich die Bezirksregierung nicht melden, werden die Arbeiten ausgeschrieben und dann voraussichtlich Mitte oder Ende März ausgeführt.

"Die Verwaltung hat keine Möglichkeit gefunden, den Ratsbeschluss nicht zu beachten", sagte FDP-Fraktionschef Joachim C. Heitmann nach dem Gespräch süffisant. Enttäuscht zeigte er sich über den Stand der Planungen zur Umgestaltung des Bockumer Zentrums. Diese Pläne zu entwickeln war Bestandteil des Ratsbeschlusses. "Im Grunde hat die Verwaltung vom 17. Dezember bis heute nichts getan", stellte Heitmann fest. 300 Lastwagen fahren täglich über die Uerdinger Straße zwischen Schütenhof und Rathaus, hieß es von der Verwaltung. Den Verkehr über das bestehende Straßennetz anders zu führen sei nicht möglich, so Visser.

Die Initiative "Öffnet den Bypass", die 2008 mehr als 1500 Unterschriften gesammelt hatte, zeigte sich erleichtert. "Die Anwohner am Bockumer Platz und der Nießenstraße freuen sich, dass der gegen jede Vernunft geschlossene Bypass endlich wieder geöffnet wird", so Ulrich Küpper, einer der Initiatoren. Er fordert, die Öffnung umgehend umzusetzen. "Die Schließung war schließlich nach zwei Tagen umgesetzt."