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Leben retten: Blutplasma: 1500 Krefelder spenden fleißig

Leben retten : Blutplasma: 1500 Krefelder spenden fleißig

Seit 15 Jahren wird im Blutplasma-Zentrum an der Petersstraße der wichtige Stoff aus dem Blut gefiltert.

Krefeld. Wenn Hans-Gerd Montz zum Plasmaspenden ins Behnisch-Haus geht, hat er gut und fettarm gefrühstückt. „Ich esse meistens ein Brot mit Quark und Rübenkraut, denn da ist viel Eisen drin, außerdem nehme ich Gemüse zu mir und trinke viel“, erklärt der 64-jährige Uerdinger. 548 Mal war der Senior in 15 Jahren bereits an der Maschine angeschlossen, die das Plasma aus dem Blut filtert.

Das zuständige Blutplasmaspende-Zentrum in Krefeld besteht jetzt ebenso lange. Das Jubiläum wird im Dezember gefeiert. „Viele Leute haben auch heute noch nichts von Plasma gehört“, sagt Pressesprecher Kaspar Müller-Bringmann. Die Erklärung: „Blut besteht etwa zur Hälfte aus Blutzellen und aus Blutplasma. Plasma ist der flüssige Teil des Blutes und enthält 90 Prozent Wasser und zehn Prozent lebensnotwendige, darin gelöste Substanzen. Ihren größten Teil machen Eiweiße aus. Sie sorgen unter anderem dafür, dass der Blutdruck stabil bleibt, Blut an offenen Wunden gerinnt oder Krankheiten abgewendet werden.“

Hubert Franzaring ist Geschäftsführer von Octapharma Plasma, einem Unternehmen, das das Human-Plasma in mehreren Schritten zu hochreinen Arzneimitteln verarbeitet. Er sagt: „Wir können durch das sogenannte S/D-Verfahren Verunreinigungen im Plasma wirkungsvoll beseitigen. Es ist ein sehr zuverlässiges und effektives Virus-Inaktivierungsverfahren.“ Die so hergestellten Arzneimittel würden bei Nierenerkrankungen, Schock, Verbrennungen, bestimmten Krebserkrankungen, Bluterkrankheit oder Abwehrschwäche eingesetzt, berichtet Dr. Uwe Taborski, der Medizinische Direktor des Unternehmens. „Die Präparate werden meistens in Kliniken angewendet, nur selten zu Hause.“ Da Plasma dringend benötigt wird und es keine Möglichkeit gibt, es synthetisch herzustellen, suchen die Verantwortlichen des Blutplasma-Zentrums weitere Spender. „Vor der Erstspende steht ein gründlicher Gesundheitscheck“, erklärt Ewa Heesen als Leitende Zentrumsärztin. „Wenn der bestanden ist, kann der Termin vereinbart werden.“ Bei dieser Spende gehe keine einzige Blutzelle verloren, berichtet die Medizinerin weiter. Dem Spender werde Blut maschinell abgezapft, das zentrifugiert wird. Dabei wird das Plasma getrennt. Das Blut wird dem Patienten anders als bei der Blutspende wieder zugeführt.

Dieser Vorgang wiederholt sich vier- bis sechsmal und dauert etwa 45 Minuten. Zum Schluss wird dem Körper durch den gleichen Zugang Kochsalzlösung gegeben. Da bei der Plasmaspende nur der flüssige Teil des Blutes entnommen wird, kann häufig gespendet werden. Jährlich sind bis zu 45 Gaben möglich. Im Krefelder Zentrum sind 1500 aktive Teilnehmer verzeichnet. Es gibt auf 930 Quadratmetern Platz für 34 Spender. Das Team umfasst 24 Mitarbeiter.

Neben dem obligatorischen Kaffee und einem kleinen Snack gibt es eine Aufwandsentschädigung zwischen 14 und 17 Euro pro Termin. Hans-Gerd Montz isst sicherlich ein Brot mit Quark und Rübenkraut.