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Bloggen als Persönlichkeitsreise

Porträt : Bloggen als Persönlichkeitsreise

Krefelderin Jana Huhn ist bei Instagram mit Modethemen erfolgreich, nimmt aber ihre Follower auch mit auf eine Reise in ihre Gefühlswelt.

Jana Huhn hätte früher nie daran geglaubt, in der Bloggerszene so aktiv und erfolgreich zu sein, wie sie es geworden ist. Es habe sich eher um einen Zufall gehandelt, als sie 2014 begann, berichtet die Hülserin, die seit ihrer Hochzeit wirklich Huhn heißt. „Ich bin Mode affin und habe es einfach umgesetzt. Ich hatte und habe große Lust darauf“, sagt sie.

Mittlerweile besitzt sie auf ihrem Instagram-Profil rund 110 000 Follower weltweit und kommuniziert in Englisch und Deutsch. Sie ist im Netz unter: Vonkopfbisfuss zu finden. Beruflich arbeitet sie als Krankenschwester im Pflegedienst bei der Caritas. Diese Tätigkeit würde sie nie aufgeben, sagt die 28-Jährige verheiratete Frau und Mutter mit den großflächigen Tattoos. Auch nicht fürs Bloggen.

Es habe damals ganz klein in Kooperation mit einem Werbepartner begonnen, berichtet die Bloggerin. Sie hat das Produkt gezeigt und bekam es als Gegenleistung geschenkt. Produkt gegen Leistung. Das sieht heute anders aus. Seit 2018 verdient sie damit auch Geld.

Die deutsche Modeblogger-Szene wächst und wächst – und Modeliebhaberin Jana Huhn ist dabei. Problemlos kann sie täglich vier Stunden damit verbringen, mit den Followern auf ihrer Website zu klicken und zu kommunizieren. Outfits, Fotografie, unterhaltsame Texte: Her mit der Inspiration, heiße es bei den Usern.

Eine überzeugende Kombination aus Stil und Persönlichkeit macht einen Blog aus, der im Gedächtnis bleibt. So handelt sie auch. „Ich teile meine Ideen, Gedanken und meine gesamte Gefühlswelt mit meinen Followern“, erklärt sie. Ein bis zweimal wöchentlich stellt sie Bilder und Texte online. Dabei zeigt sie sich oftmals kess, witzig oder verspielt. Die junge Frau hat aber auch keine Scheu, sich mit kleinen Hautfalten im Bikini zu zeigen. Dabei ist oftmals ihre Wohnung zu sehen, die in allen Schattierungen von Rosa, ihrer Lieblingsfarbe, getönt ist.

Huhn stellt auch besonders geformte Schalen und Töpfe her

„Ich mag sportlich-elegante Mode“, erzählt sie. Dabei ist der Inhalt ihres Kleiderschranks eher übersichtlich, „minimalistisch“, nennt es Huhn. Es befinden sich lediglich zwei kleine Bereiche mit ihren Kleidungsstücken im Schlafzimmer plus einer gefüllten Schublade. Während Kater Felix um ihre Beine streicht erklärt die 28-Jährige: „Ich lebe nicht im Überfluss. Ich kann auch mit wenigen Sachen gut aussehen.“ Das wird der Fangemeinde gefallen.

Erdtöne, Woll-Weiß und natürlich Rosa gehören zu ihren bevorzugten Farben. An diesem Tag trägt sie ein ausgeschnittenes Kleid mit Schlitz in Camel-Ocker und erklärt, sich gerne sexy zu kleiden, aber auch hochgeschlossen zu bevorzugen und gerne auch oversized. Auf einem Foto trägt sie eine weiße Hose mit großen Tupfen. Oversized steht ihr.

In der Corona-Zeit hat sie ein neues Thema für ihren Blog gefunden: Huhn stellt Schalen und Töpfe aus an der Luft trocknender Modelliermasse her. Sie sagt, dass auch bei diesen Gegenständen das Interesse ihrer Internet-Gemeinschaft wachse. Dabei sind die Gefäße, die außen grundsätzlich mit nackten weiblichen Brüsten versehen sind, wirklich Geschmacksache. Sie scheinen aber eine Anhängerschaft gefunden zu haben, die so groß ist, dass die 28-Jährige demnächst Ton als Modelliermasse nutzen möchte und sich einen Brennofen kaufen will. Die Fangemeinde werde auch hier größer, erklärt sie.

Mittlerweile stellt sie nicht nur Fotos von Mode und modellierten Gegenständen ins Netz, sondern schreibt auch Texte. „Ich bin verheiratet und Mutter eines zweijährigen Sohnes. Ich teile meine Freundschaften und die Beziehung, mein Körpergefühl aber auch meine Ängste und Sorgen mit. Dabei will ich keinen therapieren. Man erfährt aber, dass es den Leuten ähnlich geht, wenn man Dinge über sich preisgibt. Sie äußern sich dann auch dazu.“ Kleine Filme erzählen die Geschichten aus ihrem Alltag. Oftmals melden sich die Nutzer und fragen nach, Dialoge entstehen.

Ihr ist es wichtig zu betonen, dass sie keine klassische Influencerin, also „Beeinflusserin“ ist. „Ich verkaufe mein Kind oder mein Privatleben nicht für Geld“, sagt sie. Seit zwei Jahren nehme sie die Menschen mit auf ihrer Persönlichkeitsreise. „Mama sein verändert“, erklärt sie. „Ich will den Menschen sagen, dass sie mit ihren Problemen nicht alleine sind. Es ist ein gutes Gefühl. Ich teile meine Sichtweise der Dinge mit, ohne andere herunterzuziehen.“