Bilanz: Die Händler und der unberechenbare Kunde

Bilanz: Die Händler und der unberechenbare Kunde

Mit dem Weihnachtsgeschäft ist der Einzelhandel zufrieden. Jetzt locken satte Rabatte.

Krefeld. Die Einzelhändler von heute stehen vor drei großen Herausforderungen: „Sie müssen Kunden binden, die nicht mehr berechenbar sind, sie müssen intelligente Internetpräsenz zeigen und oftmals mit einem Generationswechsel in ihren inhabergeführten Geschäften zurechtkommen“, sagt Markus Ottersbach, der Geschäftsführer des Einzelhandelsverbandes Krefeld-Viersen. „Es sind spannende Zeiten.“ Auf jeden Fall gingen die Händler fröhlicher ins kommende Jahr als noch 2009, so der Experte.

„Die erste Hälfte 2010 war nicht gut für den Handel“, zieht Markus Ottersbach ein Resümee. Die allgemeine wirtschaftliche Entwicklung komme stets zeitverzögert an — wenn es schlechter und auch wenn es besser gehe. „In der zweiten Hälfte war die Erholungstendenz spürbar.“

Sie wurde durch das Weihnachtsgeschäft in den klassischen Sparten wie Spielwaren, Parfüm, Winterkleidung und Unterhaltungselektronik bestätigt. Da der Handel jedoch sehr vielfältig ist, muss sich in anderen Bereichen wie bei Fahrrädern oder Möbeln erst zeigen, wohin der Weg geht. Dass das vergangene Jahr besser als das zuvor gewesen ist, sei müßig zu erwähnen. „2009 war superschlecht.“

Derzeit erlebten die Händler zwei wichtige Wochen: Viele Kunden haben bis zum Ende der ersten Januarwoche frei und nutzen die Gelegenheit, Geldgeschenke oder Gutscheine in Waren umzutauschen. Viele Geschäftsleute werben mit satten Rabatten, die zum 3. Januar erneut gesteigert werden.

Dass durch die positive Wirtschaftsentwicklung und die höhere Beschäftigungsquote mehr Geld in den Börsen ist, sei eine gute Grundvoraussetzung für das kommende Jahr. Markus Ottersbach: „Es ist jetzt die Frage, ob sich die Verbraucher etwas gönnen oder lieber sparen.“

Die Herausforderungen seien — wie anfangs gesagt — groß, die Voraussetzungen aber positiv. Keiner könne heutzutage voraussagen, wo und wann die Kunden kauften. „Einem Laden geht es gut, dem anderen schlecht. Keiner weiß warum. Die Kunden sind kritischer und flexibler geworden.“

Ein wichtiges Thema neben der Kundenbindung sei die intelligente Internetpräsenz parallel zum stationären Handel. „Einen Laden aufmachen und warten, dass die Kunden kommen, reicht heute nicht mehr.“

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