Bewerbung abgelehnt: Kein Pachtvertrag für das Restaurant Chopelin

Bewerbung abgelehnt: Kein Pachtvertrag für das Restaurant Chopelin

Yves Chopelin hört auf. Sein Sohn Bastien will das Restaurant weiterführen. Doch seine Bewerbung für die Fortführung wurde abgelehnt.

Krefeld. „Wir haben uns gut vorbereitet, ein zukunftsfähiges Konzept präsentiert und bewiesen, dass die nächste Generation des Chopelin in den Startlöchern steht.“ Eine gewisse Enttäuschung in Bastien Chopelins Stimme schwingt mit. Der Servicechef im Restaurant „Chopelin“ und Kopf des Eventmarketings hatte sich für die alleinige Fortführung des Pachtvertrages beworben. Viele Gedanken hatte er sich hierzu gemacht.

Doch die Casinogesellschaft lehnte in einem Schreiben vom 8. Juni ab. Laut mündlicher Aussage wolle man den Pachtvertrag nur mit der zusätzlichen Unterschrift eines Kochs genehmigen, erklärt Bastien Chopelin. Das geschäftliche Risiko muss vom Restaurantinhaber getragen werden. Die Option, einen Nachwuchskoch in den Vertrag mit einzubeziehen, war zu diesem Zeitpunkt unmöglich.

Somit wird der Pachtvertrag im historischen Casinogebäude am Rhein ab März 2019 nicht verlängert. Seitens der Verpächter. „Zu unserem großen Bedauern haben sich unsere Bemühungen, die harte Arbeit in den vergangenen Jahren, die Investitionen in unsere Mannschaft und des vollkommenen Gesamtkonzeptes gegenüber dem Casinovorstand nicht ausgezahlt“, sagt Bastien Chopelin. Hintergrund ist der offizielle Ausstieg Yves Chopelins, der ab Ende Februar 2019 dem Restaurant Chopelin nur noch hinter den Kulissen und auf eigenen Wunsch in Notfällen erhalten bleiben möchte.

Nach über 50 Dienstjahren als Koch und mehrfachen Auszeichnungen durch Restaurantführer wie Gault & Millau oder Schlemmer-Atlas freut sich der Seniorchef jetzt auf die mit Gewissheit verdiente Rente. Das Restaurant Chopelin hatte sich vor einigen Jahren eine Frischzellenkur verpasst und seitdem ein ständig wachsendes Geschäft verzeichnet. Auf Initiative von Bastien Chopelin erfolgten Umbaumaßnahmen, Investitionen in das Marketing und neue Event- sowie Küchenkonzepte.

Sogar mit WDR-Fernsehköchin Martina Kompel, gebürtige Krefelderin, bekochte man gemeinsam über 120 Personen an einem Abend unter dem Motto „Die Meisterköche“. „Die Absage ist für uns und für viele unserer Gäste nicht nachvollziehbar“, sagt Bastien Chopelin.

„Wir haben sowohl in der Küche als auch im Service hervorragende, junge Leute, die geschlossen hinter der Marke Chopelin stehen. Wir bilden unseren Nachwuchs selbst aus und arbeiten auf konstantem Level. Das ist heutzutage in der Gastronomie nicht selbstverständlich; umso trauriger, dass wir umziehen müssen und uns in Uerdingen keine von uns zu lösende Option geboten wird.“ Trotzdem sieht Familie Chopelin positiv in die Zukunft. Man wolle sich jetzt nach neuen Pachtobjekten umsehen und ist bereits in ersten Gesprächen.

Der Wunsch, die Marke Chopelin in Krefeld weiterzuführen, ist höchste Priorität für Bastien Chopelin und sein Team. Zunächst feiere man aber das letzte Mal im Uerdinger Casino den französischen Nationalfeiertag am 14. Juli mit Live-Musik, Vier-Gänge-Menü und großem Dessertbuffet. Der Ticketverkauf hat bereits begonnen. Red